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Gottesschau & Gottesliebe

Die Mystikerin Christina von Stommeln 1242-1312

Vor 700 Jahren starb die Mystikerin Christina Bruso, die nach ihrem Geburtsort „von Stommeln“ genannt wird. Sie gehört zu den interessantesten Frauengestalten des rheinischen Mittelalters. Schon zu Lebzeiten galt Christina aufgrund ihrer Gottesnähe als verehrungswürdig. Mit zehn Jahren erschien ihr Christus in einem Traum, der sie zu seiner Braut auserwählte. 13-jährig verließ sie den elterlichen Bauernhof und trat in einen Beginen-Konvent in Köln ein. Die Beginen stellten eine Sonderform religiösen Lebens im Mittelalter dar. Frauen schlossen sich, ohne ein Gelübde abzulegen, zu Gemeinschaften zusammen. Vier Jahre hielt sich Christina in Köln auf und wurde dort zum ersten Mal von dämonischen Visionen gequält. Dann kehrte sie nach Stommeln zurück.

Dort lebte Christina zeitweilig im Haus des Pfarrers, bei ihren Eltern oder bei den örtlich ansässigen Beginen. Von 1267 bis 1269 wurde sie regelmäßig von Petrus von Dacien besucht, der ihre übernatürlichen Erlebnisse und Angriffe des Teufels miterlebte. Der Dominikaner-Mönch aus Gotland hatte während seines Studiums in Köln und Paris Christina kennengelernt. Er war von ihren mystischen Ekstasen fasziniert und sah in ihr den von ihm lang gesuchten Gottesbeweis. Petrus und Christina waren sich über nahezu 20 Jahre hinweg eng verbunden, auch als der Mönch längst Abt des Klosters Visby auf Gotland geworden war. Die Texte, Aufzeichnungen und Briefe, die Petrus über Christina zusammenstellte, bildeten die Grundlage für die spätere Verehrung der Begine aus Stommeln. Sie bilden den Kern des Codex Iuliacensis. Als Christina 1312 starb, wurde sie am Turm der Kirche in Stommeln beigesetzt. Bald wurde von Wundern an ihrem Grab berichtet, die 1327 zur Gründung eines Stiftes führten. Es wurde 1568 nach Jülich verlegt, 1592 folgten Christinas Reliquien.

Im Zentrum der Ausstellung „Gottesschau & Gottesliebe“ steht der Mensch Christina. Die in Jülich erhaltenen einzigartigen Objekte wurden eingehend wissenschaftlich erforscht. Zudem wurden die Gebeine Christinas forensisch-naturwissenschaftlich untersucht. Anhand des Schädels wurde das Gesicht Christinas rekonstruiert, sodass man ihr nach 700 Jahren erstmals wieder ins Antlitz schauen kann.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Propsteipfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Jülich. Schirmherr ist der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff.


 

Begleitprogramm, Öffnungszeiten und Katalog

  • Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm
  • Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auch im Ausstellungskonzept (Download pdf 1,5 MB)
  • Bitte beachten Sie die geänderten Öffnungszeiten während der Ausstellung:
    Mo-Fr 15.00-17.00 Uhr
    Sa 14.00-17.00 Uhr
    So 11.00-17.00 Uhr (auch Allerheiligen, 2. Weihnachtsfeiertag und Neujahr.
    Am 24., 25. und 31.12.2012 ist das Museum geschlossen)

Zur Ausstellung erscheint imSchnell und Steiner Verlag ein Ausstellungskatalog

Mehr als 20 Autorinnen und Autoren aus den unterschiedlichsten Fachbereichen nähern sich mit ihren je eigenen Herangehensweisen und Sichtweisen dem Phänomen der Begine aus Stommeln. Sie machen den Katalog zu einem Handbuch über eine der interessantesten Frauengestalten des rheinischen Mittelalters.
ISBN: 978-3-7954-2691-0
Preis im Buchhandel: 32,95€
Preis an der Museumskasse: 25,00 €

Die Ausstellung wird unterstützt durch:
Elektronische Verfahrensabwicklung gemäß Artikel 8 EG-Dienstleistungsrichtlinie (EU-DLR)
Elektronischer Zugang zur Stadtverwaltung Jülich gemäß Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG)
Verantwortlich für Inhalt und Aktualität ist der zuständige Fachbereich.
Letzte Änderung dieser Seite: 05.11.2012 | © 2016