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Internationaler Frauentag - Geschichte


In der Geschichte des Internationalen Frauentages spiegelt sich die Geschichte der Frauenbewegung und deren Kampf für die Gleichberechtigung von Frauen.

Seit 95 Jahren wird der Internationale Frauentag, wenn auch nicht durchgängig, in Deutschland begangen. Demonstrationen, Proteste und Kundgebungen von Frauen für Frieden, bessere Arbeits- und Lebensbedingungen haben Tradition.

1911 kam es allein in Berlin zu 41 Versammlungen und Kundgebungen in Vereinslokalen. Viele Frauen zogen nach den Kundgebungen spontan auf die Strasse. Sie forderten das Frauenstimmrecht. Vom Wahlrecht versprachen sich die Frauen eine Stärkung der Frauen- und Arbeiterinnenbewegung im Kampf um die Veränderung ihrer gesellschaftlichen Lage. Die Frauenwahlrechtsbewegung wollte die längst überfällige politische Gleichberechtigung verwirklichen und soziale Reformen im Interesse der Frauen durchsetzen.

Auch im Ausland, in Österreich, der Schweiz und in den USA war der Frauentag ein ähnlicher Erfolg. 1912 schlossen sich Frankreich, Holland, Schweden den ersten Ländern mit Demonstrationen für das Frauenwahlrecht, für Arbeiterinnen und Mutterschutz und für den Acht-Stunden-Tag an.

1914 demonstrierten die Frauen gegen den Militarismus und für den Frieden. Es war für lange Zeit das letzte Jahr, in dem mit Großveranstaltungen und Demonstrationen der Internationale Frauentag in Deutschland, Frankreich und Österreich begangen wurde.

In den 20er Jahren wurde der Internationale Frauentag erstmals in Bulgarien, China, England, Estland, Finnland, Japan, Litauen, Polen und Rumänien begangen.

Nach dem 1. Weltkrieg waren die zentralen Probleme Inflation, Arbeitslosigkeit und eine Versorgungslage wie im Krieg, nach wie vor wurde gehungert und gefroren. Typisch für die wirtschaftliche und soziale Situation von Frauen war ihre Verdrängung aus öffentlicher Tätigkeit und aus dem Erwerbsleben.

Der Kampf des Internationalen Frauentages ging in diesen Jahren um "Lohn und Brot", an Rosen war nicht zu denken. In den Jahren 1922 und 1923 war die Abschaffung des § 218 eine der zentralen Forderungen auf den Frauenveranstaltungen.

1925 wurde die "Bekämpfung des Krieges" zum thematischen Schwerpunkt des Frauentages. In vielen Ländern, so auch in Deutschland wurde wieder kräftig gerüstet, vor allem auf dem Gebiet neuer Kampfstoffe, wie z. B. Giftgas, wurde Forschung betrieben.

Die Notverordnungen 1930 und 1931 brachten einen radikalen Abbau von Sozialleistungen für Frauen. Alle "geringfügig Beschäftigten", damals hieß das: unter 30 Wochenstunden, und schlecht Verdienenden wurden aus der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert. Frauentagsveranstaltungen ab 1930 waren Aktionen gegen Notverordnungen, gegen die Frauenfeindlichkeit der Faschisten und für die Erwerbstätigkeit der Frauen. Frauen organisierten große Kampagnen gegen den § 218. Die Massenarbeitslosigkeit und der Abbau der Sozialleistungen für Schwangere und Mütter hatten das Abtreibungselend immer unerträglicher gemacht.

Die Aufrufe zum Frauentag 1933 waren für lange Zeit die letzten. Der Hitlerfaschismus hatte die Macht übernommen.

Nach dem 2. Weltkrieg waren Frauen einer allgemeinen Restauration ausgesetzt zur Wiederherstellung der alten Verhältnisse in Beruf und Familie. Wie nach dem 1. Weltkrieg fand ein Verdrängungsprozess aus dem Erwerbsleben statt. Probleme der Frauen in dieser Zeit waren unzureichende Qualifikation, schlechte Ausbildungsmöglichkeiten, Unterbezahlung, Doppel- und Mehrfachbelastung, Wohnungsnot und Erwerbslosigkeit. Trotz dieser Probleme prägten die Frauenveranstaltungen in den 50er Jahren der Kampf gegen die Wiederaufrüstung. - "Wettrüsten führt zum Krieg, wir wollen Frieden durch Verständigung" war eines der Mottos. Zunehmend wurde der Protest gegen die Aufrüstung mit Forderungen nach Verbesserung der Sozialleistungen, nach Maßnahmen im Bildungsbereich, im sozialen Wohnungsbau oder nach Senkung der Lebensmittelpreise verknüpft.

Als sich Anfang der 70er Jahre Studentinnen von der Studentenbewegung den sogenannten 68ern wegen deren patriarchalischen Verhaltensweisen trennten, an den Universitäten Weiberräte und in vielen Städten autonome Frauengruppen bildeten, begehrten auch sie gegen den Widerspruch zwischen Rechtslage und Realität auf. Mit der Bewegung gegen den § 218 - eine ihrer Hauptforderungen - löste dieser Protest eine breite Bewegung der Frauen gegen ihre gesellschaftlich untergeordnete Stellung, gegen ihre vielfältige Diskriminierung in Bildung, Ausbildung, Beruf, Politik, Familie und Beziehungen, im öffentlichen wie im privaten Bereich aus.

Im Verlauf der neuen Frauenbewegung wurde auch der Frauentag wieder lebendig. Die Aktionsformen wurden so vielfältig wie die neu entstehenden Frauenbündnisse. Gewerkschafterinnen, Politikerinnen aller Parteien, autonome Frauen, Frauen aus konfessionellen Verbänden und schließlich auch die Vertreterinnen der Institutionalisierten Frauenpolitik, die Gleichstellungsbeauftragten, überwanden traditionelle Grenzen und kämpften Seite an Seite für die Durchsetzung gemeinsamer Interessen. Der Frauentag wurde internationaler, viele Veranstaltungen gemeinsam mit ausländischen Frauengruppen organisiert. Ein eigenständiges Asyl- und Aufenthaltsbestimmungsrecht für ausländische Frauen und Kinder wurde gefordert, der Sextourismus und Frauenhandel mit asiatischen und osteuropäischen Frauen thematisiert.

Die Geschichte des Internationalen Frauentages zeigt, dass die Entwicklung alles andere als gradlinig verlaufen ist. Es gab Erfolge zu feiern und Misserfolge zu verkraften. Viele Probleme der Frauen von gestern sind nicht mehr die Probleme von Frauen heute. Andere Themen sind die gleichen geblieben, und zahlreiche Forderungen sind auch heute noch nicht realisiert.

Die Chancen dafür waren allerdings nie besser als jetzt - am Beginn des 21. Jahrhunderts - zumindest wenn man den Zukunftsforschern Glauben schenkt. Schon hieß es: "das Jahrhundert der Frauen hat begonnen" und: "eine deutliche Machtverschiebung zugunsten der Frauen bahnt sich an". Das weibliche Geschlecht habe in der Bildung nicht nur aufgeholt, sondern die Männer auch überholt. Mehr als die Hälfte der Abiturienten seien heute weiblich, zudem hätten die Frauen einen besseren Notendurchschnitt bei den Schulabschlüssen als die Männer. An den Hochschulen nehme die Zahl der Frauen stark zu und auch in den Chefetagen steige ihr Anteil enorm. "Der Vormarsch der Frauen mag für viele nur langsam vonstatten gehen, aber er ist nicht mehr aufzuhalten", schlussfolgerte deshalb der Zukunftsforscher Matthias Horx. Andere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass wir bei dem gegenwärtigen Tempo zumindest in Deutschland noch rund 350 Jahre brauchen, bis die volle Gleichberechtigung erreicht ist. Selbst bei den beachtlichen Erfolgen der Medizin- und Kosmetikforschung wird wohl kaum eine 50-jährige erleben, dass dieser Anspruch zu ihren Lebzeiten eingelöst wird.

Kein Grund zu resignieren aber ein Grund, weiterzumachen. Wir brauchen weiterhin Frauen mit Rückgrat, Frauen mit Mut, Phantasie, Kraft und Beharrlichkeit, Frauen, die mit Streitlust, Klugheit und Selbstbewußtsein für ihre Sache kämpfen. Und wir brauchen die partnerschaftliche Unterstützung von Männern, ihre Bereitschaft, sich zu verändern und Macht abzugeben, um Lebensqualität zu gewinnen. Wenn Partnerschaft, Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit, Toleranz, Schutz und Hilfe für die Schwachen selbstverständlich sind, wird unsere Demokratie ein Erfolgsmodell sein. In einer solchen Gesellschaft leben Frauen, die ihr Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen.

Das tun sie und das werden sie immer auf unterschiedliche Art und Weise tun. So wenig gradlinig wie die Geschichte des Internationalen Frauentags so vielfältig sind die Wege, die Frauen beschritten haben, um ihren Zielen näher zu kommen. Was für die große Geschichte gilt, lässt sich auch im Kleinen beobachten. In Jülich findet bereits zum sechszehnten Mal der Internationale Frauentag statt. Viele der Themen, die die Frauen bundesweit in den Mittelpunkt der Veranstaltungen zum 8.März gestellt haben, haben auch in Jülich bewegt. Mit Ausstellungen, Diskussionen, Infobörsen, Frauenfesten, Resolutionen, Lesungen, Theater und Kulturveranstaltungen haben die Jülicherinnen ihre Interessen vertreten, Forderungen an die Kommunalpolitik deutlich gemacht und gezeigt, wie viel Kompetenz von Frauen es in dieser Stadt gibt.



Verdi Quartett – Streichquartette von Britten, Sirmen und Vaughan Williams

Samstag, 27. Mai 2017, 19.30 Uhr, Museum Zitadelle Jülich

KiTa RAPPELKISTE ist Aktiv fürs Klima

Kino: A United Kingdom

29. Mai, 20 Uhr, Kuba

„Dialoge der Weltkulturen“ sichtbar gemacht (1)

Ausstellung mit Werken von Ren Rong feierlich eröffnet

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Letzte Änderung dieser Seite: 07.07.2015 | © 2017