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Lebens(T)Räume |
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Inge Neumann - Gesang
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"Wenn
mich die Leute anstrahlen, wenn sie Freude haben
1957, als ich dreizehn Jahre war, haben sich meine Eltern scheiden lassen und meine Mutter ist mit mir in den Westen ausgereist. Wir sind per Zug zu allen Verwandten in der BRD gefahren und zuletzt in Krauthausen bei einer Tante geblieben. Dort lebten wir in ärmlichen Verhältnissen. Meine Mutter hatte keine richtige Ausbildung, sie musste in die Fabrik arbeiten gehen, um den Unterhalt für uns zu verdienen. Ich habe mich schwer eingewöhnt. Ich war der "Pimmock", nicht ins Gesicht, aber hinter meinem Rücken, ich habe mich nicht willkommen gefühlt. Ich war halt ganz anders aufgewachsen. Zu Hause galt unter uns Kindern: Einer für alle und alle für einen. Das gab es hier nicht. Nur sehr allmählich fand ich in der Evangelischen Volksschule in Jülich Freundinnen. Nach der Schulzeit habe ich eine Lehre als Reformhausfachverkäuferin gemacht und anschließend in einer Lebensmittelgroßhandlung gearbeitet. Als in der Zeitung von Musikern, die eine Band gründen wollten, eine Akkordeon-spielerin gesucht wurde, habe ich mich gemeldet und wurde aufgenommen. Drei Jahre lang haben wir samstags und sonntags von 20.00 Uhr bis nachts um 1.00 Uhr Schlager und Tanzmusik gespielt. Wir waren ziemlich bekannt in der Gegend und immer ausgebucht, es gab nicht so viel Konkurrenz wie heute. Meine Mutter hat sich gefreut, dass ich etwas hatte, was mir Spaß machte und hat mich immer unterstützt. Wach geworden bin ich erst nach der Trennung von meinem Mann 1974, ab dann habe ich Schule nachgeholt und mein Fachabitur gemacht. 1976 habe ich bei der Kreisverwaltung Düren angefangen zu arbeiten, habe Lehrgänge besucht und wurde Sachbearbeiterin in der Bußgeldstelle. Es begann eine schöne Zeit. Ich bin mit meiner Tochter in eine Wohnung nach Jülich gezogen. Wir hatten eine tolle Haus-gemeinschaft. Meine Tochter konnte nach der Schule bei einer Nachbarin essen, das ganze Haus hat nach ihr geguckt. Ich konnte beruhigt zur Arbeit gehen. Ich habe viel Tennis gespielt, der Sport hat mir gefallen, auch das Vereinsleben. Geselligkeit war mir damals sehr wichtig. Wenn ein Fest gefeiert wurde, brachte ich mein Akkordeon mit und sang Moritaten, die ich für den Anlass gedichtet hatte. Dadurch war ich oft im Mittelpunkt und fand Bestätigung, die ich nach meiner Ehe in hohem Maße brauchte. Mein Mann hatte oft an mir herumgemäkelt, mich immer zu dick gefunden, und das ist mir lange nachgegangen. Heute kann ich fast nicht glauben, dass mir das damals so weh getan hat. Hörproben: Sentimental Journey, Jambalaja, Was ist dran an einem Mann Kontakt: Inge Neumann, 0 24 61 / 5 66 64 |
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