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Jahresbericht 2002
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Jahresbericht 2002
Verantwortlich für Text und Gestaltung: Christa Bartel


Vorwort

Das Jahr 2002 war für die Stadtbücherei Jülich ein sehr erfolgreiches Jahr. Der Blick auf die Statistikzahlen zeigt eine Leistungssteigerung in vielen Bereichen. Besonders erfreulich ist der stetige Anstieg der Besucherzahlen, allein eine Zunahme um 7% im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zunahme der eigenen Einnahmen seit neun Jahren und ein Anstieg von 14% im Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass die Gebührenpolitik mit Augenmaß, die in den letzten Jahren von der Stadtbücherei verwirklicht wurde, von den Nutzern akzeptiert wird. Ein Vergleich mit den Einnahmen von 10 ähnlich großen Büchereien in der Region bestätigt die Bibliothekspolitik in Jülich, die Grundgebühren relativ niedrig zu halten und dafür Sondergebühren für audio- und audiovisuelle Medien zu erheben. Der Vergleich zeigt, dass die Stadtbücherei Jülich deutlich die höchsten eigenen Einnahmen erzielt. Auch die maßvolle Erhöhung der Ausleihentgelte für Videos und DVDs im November 2002 lässt keine Ausleiheinbrüche erkennen. Wichtig für die Zahlungsbereitschaft der Nutzer ist ein aktuelles Angebot. Die Haushaltssperre und Etatkürzungen im ersten Halbjahr 2002 für bestimmte Bereiche des Medienetats hatten kontinuierliche Ausleihrückgänge zur Folge. Mit Freigabe der Restmittel und mit zusätzlichen Landesmitteln konnten neue Videos und DVDs gekauft und eingearbeitet werden. Das wiederum bewirkte einen raschen Anstieg der Ausleihen dieser Medien.
Obwohl 2002 die Gesamtmittel des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW für Öffentliche Bibliotheken reduziert wurden, erhielt die Stadtbücherei Jülich einen Landeszuschuss von 9.095 € für die beiden Projekte "DVD-Pool" und "Einrichtung eines WWW-OPACs". Damit konnten auch die Gesamteinnahmen der Bibliothek um 5,7% im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden.
Mit einem fröhlichen Geburtstagsfest feierte die Stadtbücherei zusammen mit ihren Nutzerinnen und Nutzern und Gästen aus Politik und Verwaltung ihr 10jähriges Dasein im Kulturhaus. Die Stadtbücherei Jülich hat sich inzwischen für viele Jülicher insbesondere für junge Familien zum kulturellen Treffpunkt etabliert mit einem reichen Angebot der Leseförderung für die Jugend und einem breiten Literatur- und Medienangebot für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Auch andere Institutionen in Jülich sind mit ihren Literaturangeboten gern gesehene Gäste in der Stadtbücherei, so dass sich das Kulturhaus auch zum Literaturhaus entwickelt. Allein im vergangenen Jahr fanden neben den vielfältigen Veranstaltungen zur Leseförderung noch neun weitere literarische Veranstaltungen in den Räumen der Bibliothek statt.
Diese erfreuliche Entwicklung sollte trotz maroder Stadtfinanzen weiter fortgeführt werden. Lesen ist eine elementare Notwendigkeit für jeden Menschen in der Bildungsgesellschaft. Die Fähigkeit des Lesens unterstützt die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und stellt eine Verbindung zur Außenwelt dar. Wer liest, muss denken, muss Bilder im Kopf erzeugen, muss lernen, Tatsachen zu hinterfragen. Lesen bietet die Basisqualifikation für das lebenslange Lernen, die grundsätzliche Voraussetzung für den Wissenserwerb und die Befähigung zur kompetenten Nutzung der neuen Medien.
Diese Aufgaben werden von der Bibliothek nachhaltig unterstützt und gefördert. Für die moderne Bildungsgesellschaft ist die Bibliothek unverzichtbar.

"Lieber barfuß als ohne Buch!"


Die wesentlichen Kenndaten

Stadtbücherei Jülich
im Kulturhaus am Hexenturm
20012002
Öffnungstage / Öffnungsstunden 246 / 1.281246 / 1.277
Anzahl der Praktikanten und Auszubildenden 67
Besucher 81.20286.778
Aktive Leser/innen (mindestens 1 Ausleihe im Jahr) 4.0374.320
Medienbestand 40.51341.396
Medienanzahl pro Einwohner 1,21,2
Anzahl der neu eingearbeiteten Medien
    (Neukauf und Geschenke)
2.7392.884
Medienanschaffungsetat (in €)
    davon Zuwendungen des Landes
48.098
6.033
49.590
9.095
Medienausgabe pro Einwohner/in (in €) 1,421,45
Eigene Einnahmen der Stadtbücherei (in €) 29.87834.020
Medienausleihen 138.508143.502
Ausleihe über Fernleihe 373294
Blockausleihen an Kindergärten und Schulen
    mit Anzahl der Titel
163
2.022
198
2.480
Internetkunden seit März 2001 1.4343.651
Medienausleihe pro Einwohner/in 4,14,2
Ausgaben pro Einwohner/in (in €) 8,68,7
Zuschußbedarf pro Einwohner/in (in €) 7,47,5
Anzahl der Veranstaltungen
    mit Teilnehmer/innen
86
1.746
98
2.030
Einwohnerzahl Ende November 2001: 33.940
Einwohnerzahl Ende November 2002: 34.245  


Fakten

2002 . . .

  •   ... wurde über die Stadtbücherei 77-mal in der Jülicher Presse berichtet.

  •   ... recherchierten Nutzer/Innen 3.651-mal an den Internet-PCs der Stadtbücherei.

  •   ... bekundeten zahlreiche Jülicher Bürgerinnen und Bürger auf eine entsprechende Presseanfrage, dass sie auf keinen Fall auf die Stadtbücherei Jülich verzichten wollen.

  •   ... suchten 86.778 Besucher die Stadtbücherei auf (kein anderes Kulturinstitut in Jülich erzielt so hohe Besucherzahlen).

  •   ... benötigte man bei einer täglichen Hörzeit von 4 Stunden rund ein Jahr, um sich alle Audio-CDs im Bestand der Stadtbücherei anzuhören.

  •   ... haben sich 67.426 Internetbesucher die Homepage der Stadtbücherei angesehen (page views).

  •   ... mussten sich die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei allein für die Entleihung und Rücknahme von Videos und CD-Roms 19.595-mal bücken.

  •   ... lernten bei 40 Führungen 827 Kinder und Jugendliche die Stadtbücherei kennen.

  •   ... wurden darüber hinaus von Mitarbeitern der Stadtbücherei und Mitgliedern des Förderverein Stadtbücherei Jülich e.V. 111 Stunden für Veranstaltungen aufgewendet.

  •   ... war der Samstag mit 148 Ausleihen pro Stunde der bestgenutzte Ausleihtag der Woche.

  •   ... waren pro Mitarbeiterin 23.917 Ausleihen zu verbuchen.


Projekte 2002

 DVD-Pool
Kooperationsprojekt der Stadtbüchereien Alsdorf, Baesweiler, Düren, Erkelenz, Geilenkirchen, Herzogenrath, Jülich, Stolberg und Würselen

Die DVD erobert seit Ende 1998 immer mehr Marktanteile im deutschen und internationalen Medienmarkt. Ihre vielseitigen Funktionen machen die DVD langfristig zu einem Nachfolgeprodukt der CD-Rom und des Videos. Öffentliche Bibliotheken haben u.a. die Aufgabe, eine Orientierung in der Medienvielfalt zu bieten und darüber hinaus Medienkompetenz durch entsprechende Angebote zu vermitteln. Die DVD ist durch ihre multiplen Funktionen ein Produkt, das auf jeden Fall in den Bestand der Öffentlichen Bibliothek gehört.
Um ein möglichst vielseitiges Angebot den Kunden präsentieren zu können und gleichzeitig äußerst wirtschaftlich die verausgabten Mittel anzulegen, haben sich 9 Bibliotheken in der Region zusammengeschlossen, um gemeinsam einen DVD-Pool einzurichten. Jede Bibliothek bietet einen eigenen Grundbestand an und darüber hinaus einen “Pool-Bestand” bestehend aus ca. 60 DVDs, der durch Rotation untereinander ausgetauscht wird. Dadurch werden den Projektbibliotheken Synergien nicht nur im Bereich der Finanzierung oder personeller Ressourcen ermöglicht, sondern darüber hinaus wird für lange Zeit ein immer wieder aktuelles Angebot für die Nutzer ermöglicht. Die Stadtbücherei Jülich konnte über das Projekt zwei DVD-Player, ein DVD-Laufwerk und 159 DVDs anschaffen. Seit Dezember können die DVDs mit einer Leihfrist von einer Woche von den Kunden der Stadtbücherei entliehen werden. Der Bestand umfasst Spielfilme für Erwachsene und Kinder, Musikfilme sowie einige DVD-Roms für PC-Anwendungen.

 Einrichtung eines WWW-OPAC

Das ebenfalls beim Land NRW beantragte Jülicher Projekt Einrichtung eines WWW-OPAC wurde genehmigt und mit 60% bezuschusst. Nach längerer Vorbereitungsphase, die von der EDV-Abteilung der Stadt Jülich tatkräftig unterstützt wurde, wird Anfang des Jahres 2003 der OPAC der Stadtbücherei Jülich auch online abrufbar sein. Das heißt, dass im Internet sowohl der aktuelle Bestand recherchiert als auch Aktionen wie Verlängerungen und Vorbestellungen durchgeführt werden können. Damit wird für viele Kunden das Angebot der Bibliothek noch attraktiver gestaltet. Leider sind bei der technischen Umsetzung des Projekts unvorhergesehene Probleme aufgetreten, die den Start des WWW-OPAC verzögern können. Fachleute der EDV-Abteilung Jülich, der KDVZ und des Softwareanbieters BOND arbeiten gemeinsam an einer zügigen Lösung des Problems.

Die beiden Projekte wurden mit insgesamt 9.095 € vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW gefördert.


Die Stadtbücherei im statistischen Überblick

Bestandsstatistik für das Jahr 2002

Bestandsvergleich 2001/2002:
Medienart 2001     2002    
Sachbücher*/Zeitschriftenabos 17.004     17.731    
Romane
    davon fremdsprachige Literatur
9.220    
555    
8.553    
618    
Kinder- und Jugendbücher 9.296     9.804    
Tonträger insgesamt
    aufgeteilt nach Kassetten / Audio-CDs
2.763    
1.558 / 1.205    
2.867    
1.577 / 1.290    
Videos 761     810    
CD-Roms + DVDs insgesamt
    aufgeteilt nach CD-Roms / DVDs
623    
623 / 0    
824    
636 / 188    
Spiele 187     175    
Medienkombinationen, Dia-Reihen u.a. 659     652    
Gesamtbestand 40.513     41.416    
* davon 900 Nachschlagewerke (Präsenzbestand)

Bestandsaufteilung 2002:

Grafik: Diagramm Gesamtbestand

 

Ausleihstatistik

Ausleihen 2000 2001 2002 Umsatz 01/02
Sachbücher 32.294     31.494     33.100     1,9 / 1,9
Zeitschriften und Zeitungen 9.447     9.048     9.102     5,8 / 10,1
Romane 24.427     24.023     24.901     2,6 / 2,9
Kinder- und Jugendbücher 43.992     40.965     43.731     4,4 / 4,5
Kassetten und Audio-CDs 20.521     20.719     21.008     7,6 / 7,3
Videos 8.043     7.542     6.528     9,9 / 8,1
CD-Roms und DVDs 3.851     3.073     3.552     4,9 / 4,3
Spiele 1.150     1.271     1.244     6,8 / 7,1
Ausleihen insgesamt 143.760     138.135     143.208     3,4 / 3,5

Grafik: Ausleihen

Auswärtiger Leihverkehr 2001 2002
Passiver Leihverkehr (nehmender LV) 373 Fälle     294 Fälle    
Aktiver Leihverkehr (gebender LV) 5 Fälle     9 Fälle    

Benutzer- und Besucherstatistik, Neuanmeldungen

  2000 2001 2002 Änderungen 2001/2002
Entleiher* 3.759     4.037     4.320     +7,0 %    
Neuanmeldungen 1.118     1.131     1.121     –0,8 %    
Besucher 78.686     81.202     86.778     +6,8 %    
*   Leserinnen und Leser, die mindestens einmal im Jahr Medien entliehen haben

Zusammensetzung nach Alter (Stand 31.12.02):

Altersgruppen Entleiher insgesamt 2002 Neuanmeldungen 2002
01 - 12    1.011   401
13 - 18    832   142
19 - 25    418   102
26 - 45 1.245   333
46 - 60    477     76
61 - 99    285     59
Institutionen      52       8
Summe 4.320 1.121

Grafik: Diagramm Jahresbericht 02

Erläuterungen zu den Statistiken

Anmerkungen zur Bestandsstatistik:
Der Gesamtbestand hat sich im Vergleich zum Vorjahr wenig geändert. Beim Buchbestand hat sich ein leichter Zuwachs von 548 Titeln ergeben, aber insgesamt halten sich neu gekaufte und makulierte Titel beim Buchbestand die Waage. Bei den audio-visuellen Medien ist in allen Bereichen ein leichter Zuwachs zu verzeichnen, obwohl die Anschaffungsetats reduziert wurden. Das erklärt sich einerseits aus der nicht erfolgten Medienpflege (Erklärung vgl. S. 11) und andererseits aus den zugeflossenen Projektmitteln des Landes. Bei Spielen und Medienkombinationen wurde der Bestand auf Grund mangelnder Mittel leicht zurückgefahren. Im Jahr 2002 wurden insgesamt 2.884 neue Titel gekauft.
Der Abbau der Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements machte sich mit 14 gekündigten Titeln schon deutlicher bemerkbar. Ein weiterer Abbau konnte nur durch Gewinnung zusätzlicher Sponsoren verhindert werden. 26 Abonnements der insgesamt 68 Zeitungen und Zeitschriften wurden gesponsert oder gespendet.

Anmerkungen zur Ausleihstatistik:
Die Anzahl der Ausleihen waren im Vergleich zum Jahr 2001 um 5.073 höher und erreichte damit fast den bisherigen Höchststand von 2000. Allerdings sind die Zahlen nicht ganz vergleichbar, denn im Jahr 2000 war die Bibliothek eine Woche länger geöffnet.
Die intensive Leseförderung schlug sich 2002 in der hohen Zahl von 198 Blockausleihen für Kindergärten und Schulen nieder. Allerdings konnte trotz der gestiegenen Nachfrage mit 2.480 Titeln die Zahl des Vorjahres nur um 466 Titel übertroffen werden, da der Bestand der Kinderbücherei dieser Nachfrage nicht gewachsen war. Bei den audio-visuellen Medien ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen, da erst gegen Ende des Jahres aus Gründen der anfänglichen Haushaltssperre und der Haushaltskürzungen einige neue Titel gekauft werden konnten. Spiele und Medienkombinationen sind relativ konstant geblieben. Der Trend zur direkten Vor-Ort-Nutzung in der Bibliothek manifestiert sich immer stärker. Die Informationstheke muss zu allen Öffnungszeiten besetzt werden. Ein schwieriges Unterfangen bei der knappen Personaldecke, und bei Ausfällen wegen Krankheit oder Urlaub nicht immer möglich.

Anmerkungen zur Benutzer- und Besucherstatistik:
Dieser Trend zur stärkeren Vor-Ort-Nutzung spiegelt sich auch in den Besucherzahlen wieder. Nach einem Besucheranstieg im Jahr 2001 um 3,2% stiegen die Besucherzahlen im Jahr 2002 nochmals um 7% an. Auf gleichem Niveau stieg auch die Anzahl der aktiven Nutzer, während die Anzahl der Neuanmeldungen fast konstant blieb. Daraus lässt sich schließen, dass die Fluktuation der Nutzer etwas zurückgegangen ist. Den größten Zuwachs von Neulesern hat die Bibliothek in der Altersgruppe “1 bis 12 Jahre” zu verzeichnen. Zusammen mit der nächsten Altersstufe “13 bis 18 Jahre” ergeben die Neuanmeldungen von Kindern und Jugendlichen 48% der Gesamtsumme. Das ist die erfreuliche Bilanz des intensiven Einsatzes des Bibliothekspersonals in der Leseerziehung. Auffallend ist die große Zunahme von Kindergartengruppen, die bei spielerischen Einführungen erste Bekanntschaft mit ihrer Stadtbücherei machen und oft und gerne das Angebot der Bücherkisten annehmen. Ältere Jugendliche kommen auch oft in kleinen Gruppen in die Bücherei, um gemeinsam Aufgaben für die Schule zu erledigen.

Internetkunden in der Bücherei:
Seit März 2001 stehen den Nutzern der Stadtbücherei drei Internet-PCs zur Verfügung. Zugang haben alle Besucher, die einen gültigen Leseausweis besitzen. Die drei Internetplätze sind fast immer belegt und tragen erheblich zu einem positiven Image der Stadtbücherei bei. 2002 wurde das Angebot 3.651-mal von Kunden genutzt. Da sich häufig Warteschlangen bilden, wird in Kürze ein zusätzlicher PC nur für Office-Anwendungen in dem neu eingerichteten Bereich “Ausbildung und Beruf” angeboten. Das wird die Wartezeiten verkürzen, da die Nutzung von Textverarbeitungsprogrammen dann von den Internet-PCs abgekoppelt wird. Der Internetbereich in der Stadtbücherei ist ein positives Beispiel für das friedliche Miteinander von Menschen unterschiedlicher Ethnien und aus vielen Nationen: Studenten, Asylbewerber, Gastwissenschaftler und ihre Familienangehörigen und Jülicher/Innen aller Altersstufen – sie alle nutzen die Internetzugänge der Stadtbücherei und helfen sich gegenseitig, wenn es Probleme gibt. Eine junge Journalistin aus Indien schickte regelmäßig ihre Artikel über das Leben in der Stadt Jülich an ihre Heimatredaktion. So erreichten die Leser einer Zeitung in Madras Berichte “abgesandt aus der Stadtbücherei Jülich”. Männer und Frauen sind gleich stark vertreten, die jüngere Generation stärker als die ältere. Wer allerdings die Zugangsregeln der Stadtbücherei nicht einhält, wird von der Benutzung ausgeschlossen.


Personal, Aus- und Fortbildung

Die 5,24 Stellen laut Stellenplan des Haushaltsplanes der Stadt Jülich verteilen sich in der Stadtbücherei auf neun Personen. So positiv diese Arbeitsplatzstreuung für den Arbeitsmarkt ist, so wichtig ist eine strikte Organisation und Absprache untereinander, um ein möglichst effektives Arbeitsergebnis zu erhalten. Mit einem übersichtlichen Qualitätsmanagement will das Bibliothekspersonal die Effizienz der Arbeit in Zukunft noch optimieren. Bei insgesamt knappen Personalressourcen können nicht alle Arbeitsbereiche der Bibliothek gleichermaßen intensiv betrieben werden. Es müssen daher Prioritäten gesetzt werden. Leseförderung und Leseerziehung gehören seit langem zu den wichtigsten Aufgaben der Stadtbücherei. 2002 erhielt dieser Bereich besondere Priorität. Die Anzahl von 98 Veranstaltungen, davon 40 Führungen für Kinder und Jugendliche, hat die personellen Ressourcen der Bibliothek stark gebunden. Eine Steigerung ist nicht mehr möglich. Dafür musste der Einsatz des Personals an anderer Stelle reduziert werden, und zwar im Bereich der Bestandspflege. Für eine überschaubare Zeit war das möglich. Im laufenden Jahr 2003 wird die Bestandspflege wieder stärker berücksichtigt werden, denn nur ein gepflegter aktueller Bestand stellt die Anforderungen der Nutzer zufrieden.

Fortbildung

Die Fortbildungsquote der Büchereiangestellten lag mit einem Wert von 2.0 über dem Durchschnitt von 1.7 des BIX (Bibliotheksindex). Auch von der Stadtbücherei wurden Weiterbildungskurse angeboten. An den Internet-Einführungskursen nahmen 31 Erwachsene und 34 Kinder teil.

Ausbildung

Die Stadtbücherei ist für viele Schülerinnen und Schüler, Studenten und Auszubildende ein begehrter Ausbildungsbetrieb. Auf Grund der beschränkten Personalressourcen können längst nicht alle Anfragen nach einem Ausbildungs- und Praktikumsplatz berücksichtigt werden. Anfragen aus dem Stadtgebiet Jülich erhalten Vorrang.
Seit August 2001 befindet sich eine Auszubildende für den Beruf “Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste” in der Stadtbücherei. Daneben wurden 2002 sechs Praktikanten/Innen aus verschiedenen Schulen und Betrieben ausgebildet:

  • Eine Schülerin der Realschule Jülich und ein Schüler der Gemeinschaftshauptschule Jülich absolvierten je ein 3-wöchiges Schülerbetriebspraktikum
  • Ein Schüler des Gymnasiums Zitadelle führte ein 2-wöchiges Schülerbetriebspraktikum durch.
  • Eine Praktikantin der DAA (Deutsche Angestellten-Akademie) absolvierte ein Berufspraktikum im Rahmen ihrer Ausbildung für die Dauer von 8 Wochen
  • Zwei Auszubildende für den Beruf “Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste” der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich waren für je 4 Wochen zum Informationspraktikum in der Stadtbücherei.

Finanzen

Von 299.078 € Gesamtkosten betrug der Anteil der Personalkosten 213.944 € (72%). Die “Sächlichen Ausgaben”, die für den Bestand der Bibliothek unverzichtbar waren wie z.B. EDV-Support, Portokosten, Reinigungskosten etc. betrugen insgesamt 20.779 € (7%). So sind insgesamt 79% für fixe Kosten gebunden. Verbleibt ein Rest von 21% für variable Kosten (64.355 €). Davon betrug der Anteil für Medienerwerbung 49.590 € (77%). Durch die eigenen Einnahmen einschließlich Spenden (34.020 €) und die Landeszuschüsse (9.095 € ) konnten die Ausgaben für den Medienerwerb größtenteils gedeckt werden (43.115 € = 87%).
Die Erhöhung des Ausleihentgeltes für Videos und DVDs von 50 Cent auf 1 € im November 2002 lässt eine leichte Steigerung der Einnahmen erkennen. Die Nutzer haben die Entgelterhöhung akzeptiert, da gleichzeitig auch das Angebot verbessert wurde. Von weiterer Anhebung ist abzuraten, da bei sinkenden Preisen für Videos und DVDs sonst das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr stimmt.

Mit folgenden Zuschüssen wurde die Stadtbücherei 2001 gefördert:
Landeszuschuss des MSWKS (Projekt WWW-OPAC) 6.495 €
Landeszuschuss des MSWKS (Projekt DVD-Pool) 2.600 €
Förderverein Stadtbücherei Jülich e.V. 2.422 €
Sparkasse Düren 243 €
Praktiker Baumarkt Jülich 150 €

Der Förderverein Stadtbücherei Jülich e.V. unterstützte die Bibliothek außerdem durch Sachleistungen und Personaleinsatz

Einnahmen und Ausgaben im Vergleich (Vermögenshaushalt und Verwaltungshaushalt):
  2000 2001 2002
Einnahmen 37.163 40.790 43.115
Ausgaben 283.411 291.627 299.078
Zuschußbedarf 246.248 250.857 255.063

Die Entwicklung der eigenen Einnahmen in den letzten 3 Jahren:
Einnahmeart 2000 2001 2002
Leseentgelte 16.951 17.666 19.790
Säumnisentgelte 11.607 9.186 9.938
Sonstige Einnahmen 1.495 3.022 4.292
Summe 30.053 29.878 34.020


Öffentlichkeitsarbeit und Programmarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit und Programmarbeit hatte 2002 in der Stadtbücherei hohe Priorität. Ziel der Veranstaltungsarbeit der Stadtbücherei ist die nachhaltige Förderung der Leseerziehung und der Lesefreude sowie die Vermittlung des sinnvollen und kritischen Umgangs mit den Neuen Medien.
Dieser Aufgabenbereich ist sowohl kostenintensiv als auch sehr arbeitsintensiv. Je weniger Kosten investiert werden, desto größer wird der Arbeitseinsatz für das Bibliothekspersonal. Seit 10 Jahren beträgt der Haushaltsansatz für die Veranstaltungsarbeit konstant 1000 €. Die Zahl der Veranstaltungen stieg in den letzten Jahren kontinuierlich bis auf 98 im Jahr 2002. Dieser enorme Einsatz war nur durch Zurückstellung anderer Aufgabenbereiche zu erreichen und durch die finanzielle und personelle Unterstützung des “Förderverein Stadtbücherei Jülich e.V.” Büchereipersonal und Mitglieder des Fördervereins investierten zusammen 111 Arbeitsstunden in die Veranstaltungsarbeit. Führungen sind in dieser Zahl nicht enthalten, sie wurden separat gezählt. Die 15 Veranstaltungen für Erwachsene wurden von 625 Literaturinteressierten besucht. Auf den 43 Kinderveranstaltungen konnten 578 Besucher gezählt werden.

Bilanz der Veranstaltungs- und Programmarbeit (Auswahl):

Leseförderung

  • Der Treffpunkt Leserabe bot das ganze Jahr hindurch eine regelmäßige Programmarbeit für Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren an:
    • 7-mal ging der Vorhang auf für das Bilderbuchkino im Hexenturm.
    • 13-mal las die vom Förderverein finanzierte Honorarkraft für die entsprechende Altersgruppe aus neuen Büchern vor.
  • Der Kinderbuchautor Ulli Schubert aus Hamburg las für zwei Klassen (4. und 5. Schuljahr) aus seinen Neuerscheinungen vor. Das Manuskript für einen weiteren Band der spannenden Reihe TigerGirls und Rote Rächer schrieb er in der Nacht in seinem Hotel zu Ende
  • Ein besonderes Highlight war der Besuch der berühmten Kinderbuchautorin Angela Sommer-Bodenburg, der Schöpferin des Kleinen Vampir, die seit 10 Jahren in Kalifornien lebt. Drei 2. und 3. Klassen ließen sich von der Autorin “mit der leisen Stimme” fesseln und anschließend ihre Bücher signieren.
  • 40 Führungen wurden für Kindergartengruppen, Grundschul- oder Realschulklassen und für Gymnasien durchgeführt. Insgesamt 827 Kinder und Jugendliche konnten als Teilnehmer gezählt werden.
  • 198 Bücherkisten mit 2.480 Buchtiteln packten die Büchereiangestellten für Schulen und Kindergärten ein. Nicht immer konnten alle Wünsche erfüllt werden, da der Bestand der Kinderbücherei nicht für alle Anfragen ausreichte.
Ferienprogramm

Das Ferienprogramm sprach Kinder unterschiedlicher Altersklassen an:

  • 1. Termin: Lesenacht mit unterschiedlichen Workshops und viel Aktion für Kinder von 10 bis 12 Jahren.
  • 2. Termin: Na warte, sagte Schwarte, Bilderbuchkino und großes Schweinebasteln für Kinder von 5 bis 8 Jahren.
  • 3. Termin: Joachim Günthers Leseshow Das haarige Monster für Kinder ab 6 Jahren.
Neue Medien
  • Auf 13 Interneteinführungskursen erfuhren 31 Erwachsene und 34 Kinder die ersten wichtigen Schritte für den sinnvollen Umgang mit dem Internet. Das von Dipl. Bibliothekar Werner Wieczorek erarbeitete Skript bot eine gute Grundlage auch über den Einführungskurs hinaus.
  • Die Stadtbücherei beteiligte sich mit zwei Teams an den Robokutschpiloten, einer mit dem Grimmepreis prämierten Internetrallye. An 6 Nachmittagen “rollten” die Robokutschpiloten via Internet durch das Land im Wettstreit mit vielen anderen Teams aus ganz Deutschland. Team 1 aus Jülich gewann einen ausgezeichneten 4. Platz.
Veranstaltungen für Erwachsene
  • Der Autor Dieter Wunderlich stellte einem interessierten Publikum das Leben von 10 mutigen Frauen aus Geschichte und Gegenwart vor nach der Vorlage seines Buches EigenSinnige Frauen. Diese Lesung schenkte der Förderverein der Stadtbücherei zum Geburtstag.
  • Neues vom Buchmarkt stellte Kirsten Hattinger zum 9. Mal diesmal erstmals in Koopera-tion mit der VHS und dem Förderverein vor. Etwa zwei Drittel der 70 Zuhörer/Innen bilden inzwischen ein Stammpublikum.
  • Venedig – Musik und Literatur. Texte zusammengestellt von Margret Hanuschkin und die musikalische Begleitung durch das Jülicher Blockflötenensemble Il Flauto Dolce bildeten den Abschluss der Veranstaltungen des Jahres. Auch diese literarische Veranstaltung fand großen Zuspruch.
10 Jahre im Kulturhaus
  • Am 16. Mai feierte die Stadtbücherei ihren 10-jährigen Geburtstag im Kulturhaus am Hexenturm. Im Mittelpunkt dieser Geburtstagsfeier standen die Jülicher Bürgerinnen und Bürger, die durch ihre regelmäßigen Besuche die Stadtbücherei zum kulturellen Treffpunkt im Zentrum der Stadt gemacht haben. Die jährlich steigenden Besucherzahlen zeigen den hohen Stellenwert, den die Bibliothek bei den Jülichern inzwischen hat. Bei der fröhlichen Geburtstagsfeier mit Musik, Kaffee und Kuchen, vielen Überraschungen und einer bunten Schar von Gästen aus Politik, Schule, Kulturbereich, Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern der Stadt waren insbesondere junge Familien besonders stark vertreten.

Die Stadtbücherei in der Presse und im Internet

  • In 77 Artikeln der Jülicher Tages- und Wochenpresse wurde 2002 über die Veranstaltungen und Angebote der Stadtbücherei berichtet. Ein Dankeschön an die Presse für die umfangreiche und freundliche Berichterstattung.
  • Neben einer Reihe von Printverzeichnissen informierte die Stadtbücherei ihre Nutzer zunehmend über die Stadtbücherei-Homepage im Internet. Die Angebote der Neuen Medien wie Video, DVDs, CD-Roms oder Hörbücher können jeweils in aktualisierter Form abgerufen werden. Die Nutzer der Bibliothek bedienen sich auch in zunehmendem Maße der Serviceseiten der Homepage: 2002 waren insgesamt 67.426 Seitenzugriffe zu verzeichnen.
  • Das Projekt “Betriebsvergleich von Öffentlichen Bibliotheken” war im April 2002 beendet. Ein umfangreicher Abschlussbericht über die Ergebnisse und Erfahrungen wurde von der Bezirksregierung unter Mitwirkung der beteiligten Projektbibliotheken erstellt und liegt diesem Jahresbericht bei.

Zweigstelle Schulbibliothek in der Gemeinschaftshauptschule

Die Personalstelle in der Zweigstelle Schulbibliothek in der Gemeinschaftshauptschule Jülich ist seit April 2002 vakant. Auch in den Monaten davor (Januar bis März 2002) war die Zweigstelle aus Krankheitsgründen nur sporadisch geöffnet. Für die Schulbibliothek wurden 2002 zwar begrenzt neue Bücher gekauft, aber mangels Personal konnten die regelmäßigen Öffnungsstunden nicht mehr angeboten werden. Deshalb liegen auch keine statistischen Daten für das Jahr 2002 von der Schul­bibliothek vor.


Welche Ziele wurden 2002 erreicht?

  • Das wichtigste Ziel Einrichtung eines WWW-OPACs ist zwar noch nicht ganz verwirklicht, aber mit finanzieller Unterstützung des Landes konnte es auf den Weg gebracht werden. Die Online-Recherche wird vermutlich Anfang 2003 möglich werden.
  • Die Einrichtung eines DVD-Pools erfolgte in Kooperation mit acht weiteren Bibliotheken. Auch dieses Projekt wurde vom Land unterstützt. Die Nutzer sind von diesem neuen Angebot begeistert.
  • Die intensive Leseförderung insbesondere für Vorschul- und Grundschulkinder wurde mit großem Erfolg auch 2002 weitergeführt. Das Ergebnis ist abzulesen an der hohen Zahl der Neuanmeldungen dieser Altersgruppe, der zunehmenden Nachfrage nach Bücherkisten für Kindergärten und Grundschulen, der hohen Anzahl von Führungen und der steigenden Ausleihzahlen von Kinderbüchern.
  • Das einzige Ziel, das 2002 nicht erreicht wurde, war die Steigerung des Medienumschlags auf den Faktor 4 (erreicht: 3,5). Die dafür notwendige Bestandsbearbeitung und -pflege war aus Personalmangel nicht möglich. Viele Sachgruppen und der Kinderbuchbestand bedürfen der dringenden Aktualisierung. Bei knappem Personalbestand und ständig steigenden Anforderungen muss das Bibliothekspersonal Prioritäten setzten und kann nicht alle Arbeitsbereiche gleich intensiv anpacken.

Ziele 2003

  • Steigerung des Medienumschlags auf den Faktor 4. Zur Erreichung dieses Ziels müssen die Prioritäten 2003 verlagert werden. Die Intensivierung der Bestandsbearbeitung und -pflege kann nur durch Zeiteinsparung bei der aufwändigen Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden. Das heißt, dass die Anzahl der Veranstaltungen reduziert werden muss.
  • Einführung eines Qualitätsmanagements zur weiteren Steigerung der Arbeitseffizienz durch Transparenzmachung der einzelnen Arbeitsprozesse.
  • Fortführung der intensiven Leseförderung insbesondere für Vorschul- und Grundschulkinder in Kooperation mit Kindergärten und Schulen unter Berücksichtigung der personellen Ressourcen.
  • Einrichtung eines neuen PC-Arbeitsplatzes Ausbildung und Beruf für Bibliotheksnutzer.
  • Verbesserung der eigenen Einnahmen zur Entlastung des Zuschussbedarfs.


Forschungszentrum Jülich
Brückenkopf-Park Jülich
Stadtwerke Jülich
Stadtentwicklungsgesellschaft Jülich
Technologiezentrum Jülich
Fachhochschule Aachen, Standort Jülich
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