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Jahresbericht 2004 Verantwortlich für Text und Gestaltung: Christa Bartel
Vorwort
Das Wichtigste in Kürze
Die Stadtbücherei im statistischen Überblick
Personal, Aus- und Fortbildung
Finanzen
Öffentlichkeitsarbeit und Programmarbeit
Projekt: KinderLeseLeicht
Welche Ziele wurden 2004 erreicht?
Ziele 2005
Vorwort
Im Dezember 2003 fasste der Ausschuss für Soziales, Schule, Kultur und Sport den Beschluss, die Kinder- und Erwachsenenbücherei der Stadt Jülich zu erhalten. Das war das Ergebnis einer längeren Diskussion und die Empfehlung eines Arbeitskreises aus Verwaltung und Vertretern der politischen Parteien, nachdem auf Grund der Kürzungen des Bibliothekspersonals um ein Drittel der Vorschlag im Raum stand, die Stadtbücherei auf eine Kinder- und Jugendbücherei zu reduzieren. Damit die Vorgaben des HSK eingehalten wurden, erarbeiteten Arbeitskreis und Stadtbücherei ein Konzept, das den Fortbestand einer anerkannten Stadtbibliothek bei Senkung des bisherigen Zuschussbedarfs zum Ziel hatte. In der Praxis musste dieses Konzept neu überdacht werden, da die eingeplanten finanziellen Mittel für Honorarkräfte bisher noch nicht bereitgestellt wurden. Um den laufenden Aufgaben gerecht zu werden, wurde folgendes Konzept umgesetzt:
Aufbau des Medienbestandes, konzeptionelle Planungen im Fach- und Personalbereich, haushaltsrechtliche Arbeiten und Tätigkeiten im Datenbanknetz einschließlich Ausleihverbuchung werden grundsätzlich vom Stammpersonal übernommen. Daneben unterstützt ein Team von sechs freiwilligen Helfern das Büchereipersonal, jeder partiell in einem klar überschaubaren Bereich. Die freiwilligen Helfer, die bei der Rücksortierung des Medienbestandes und an der Infotheke eingesetzt sind, arbeiten in der Regel an einem bestimmten Tag in der Woche für zwei bis drei Stunden. Die Helfer im Bereich der Veranstaltungsarbeit werden nach Bedarf eingesetzt.
Mit diesem Konzept konnte die Stadtbücherei im Jahr 2004 bei gekürzten Öffnungszeiten und eingeschränktem Service den laufenden Betrieb der Bibliothek aufrecht erhalten. Allerdings war es nicht möglich, die dringend erforderlichen Arbeiten am Medienbestand durchzuführen. Diese notwendigen Aufgaben konnten kurzfristig aufgeschoben, dürfen jedoch nicht aufgehoben werden. So zeigten die Erfahrungen im letzten Jahr sehr deutlich, dass bei weiterer Reduzierung des vorhandenen Stammpersonals ein geregeltes Ausleihangebot nicht mehr möglich sein wird. Das Potential einer nutzbringenden Kooperation von Stammpersonal und freiwilligen Mitarbeitern ist voll ausgeschöpft. Bei weiterer Kürzung der Öffnungszeiten verliert die Stadtbücherei ihren Status als Öffentliche Bibliothek der Grundstufe 1 und damit ihre Zuschussberechtigung. Zwar hat auch das Land NRW seine Mittel für Bibliotheken drastisch gekürzt, gleichwohl profitiert die Stadtbücherei Jülich seit über 35 Jahren von der Unterstützung des Landes.
Das Wichtigste in Kürze
Stadtbücherei Jülich im Kulturhaus am Hexenturm |
2003 |
2004 |
| Öffnungstage / Öffnungsstunden |
233 / 1.237 |
203 / 1.117 |
| Anzahl der Praktikanten und Auszubildenden |
6 |
4 |
| Besucher |
88.581 |
76.953 |
| Aktive Leser/innen (mindestens 1 Ausleihe im Jahr) |
4.016 |
3.891 |
| Medienbestand |
42.508 |
43.762 |
| Medienanzahl pro Einwohner* |
1,2 |
1,3 |
Anzahl der neu eingearbeiteten Medien (Neukauf und Geschenke) |
2.824 |
3.323 |
Medienanschaffungsetat (in €) davon Zuwendungen des Landes |
21.243 6.000 |
(**) 49.350 2.250 |
| Medienausgabe pro Einwohner* (in €) |
0,62 |
1,45 |
| Eigene Einnahmen der Stadtbücherei (in €) |
39.671 |
46.100 |
| Kostendeckungsgrad |
17,6 % |
20.6 % |
Medienausleihen Medienausleihen pro Öffnungsstunde |
147.835 119 |
140.794 126 |
| Ausleihe über Fernleihe |
265 |
209 |
Blockausleihen an Kindergärten und Schulen mit Anzahl der Titel |
152 2.624 |
149 2.163 |
| Internetplätze / Internetnutzung |
3 / 8.174 |
3 / 3.696 |
| Medienausleihe pro Einwohner* |
4,3 |
4,1 |
| Ausgaben pro Einwohner* (in €) |
7,5 |
6,9 |
| Zuschußbedarf pro Einwohner* (in €) |
6,3 |
5,5 |
Anzahl der Veranstaltungen mit Teilnehmer/innen |
81 1.551 |
77 2.738 | * Einwohner Jülich: 34.085 (Ende Dezember 2003), 34.014 (Ende Dezember 2004) ** Buchanschaffungsetat von 2003 + 2004
Die Stadtbücherei im statistischen Überblick
Bestandsstatistik für das Jahr 2004
| Zusammensetzung des Bestandes |
2003 |
% |
2004 |
% |
| Sachbücher* / Zeitschriftenabos |
18.792 |
42,7 |
19.875 |
45,4 |
| Romane |
8.811 |
20,7 |
8.450 |
19,3 |
| Kinder- und Jugendbücher |
9.801 |
23,1 |
10.221 |
23,4 |
Tonträger insgesamt** davon Kassetten / Audio-CDs |
3.065 1.533 / 1.532 |
7,2 |
3.157 1.557 / 1.620 |
7,2 |
Videos insgesamt** davon Videokassetten / DVDs |
1.141 804 / 337 |
2,7 |
1.245 817 / 428 |
2,8 |
| CD-Roms |
670 |
1,6 |
584 |
1,3 |
| Spiele |
189 |
0,4 |
183 |
0,4 |
| Dia-Reihen |
39 |
0,1 |
47 |
0,1 |
| Bestand insgesamt |
42.508
| 100 |
43.762
| 100 |
* davon ca 700 Nachschlagewerke (Präsenzbestand)
** Neue Medien: Anteil 2004 = 11,4 % ( Ziel 15-20%)
Bereich wird verstärkt ausgebaut, da zusätzlich kostenpflichtig
Insgesamt hat der Bestand im Vergleich zum Vorjahr um 1.254 Medien zugenommen. Der Sachbuchbestand hat sich dabei überproportional um 1.083 Titel erhöht. Das hat zwei Gründe: Der Buchanschaffungsetat von 22.854 € aus 2003 wurde in das Jahr 2004 übertragen, da er erst zum Rechnungsschluss des Jahres 2003 freigegeben wurde. So verfügte die Stadtbücherei im Jahr 2004 über einen Buchetat aus zwei Haushaltsjahren. Der zweite Grund ist die vakante Bibliothekarsstelle; dadurch konnte nicht die notwendige Bestandspflege durchgeführt werden. Das gilt auch für den Kinderbuchbestand. Dringende Aktualisierung tut Not.
Nutzung der Angebote
| Ausleihen |
2003 |
2004 |
Änderung |
Umsatz 03/04 |
| Sachbücher |
32.947 |
31.767 |
-3,6 % |
1,8 / 1,6 |
| Zeitschriften und Zeitungen |
8,839 |
8.129 |
-8,0 % |
5,6 / 10,0 |
| Romane |
25.511 |
26.058 |
+2,1 % |
2,9 / 3,1 |
| Kinder- und Jugendbücher |
46.059 |
41.795 |
-9,3 % |
4,7 / 4,1 |
| Tonträger |
19.981 |
18.786 |
-6,0 % |
6,5 / 6,0 |
Videokass. + DVDs davon Videokass. / DVDs |
10.441 4.999 / 5.442 |
10.841 3.228 / 7.621 |
+3,8 % |
9,2 / 8,7 |
| CD-Roms* |
2.830 |
2.142 |
-24 % |
4,3 / 3,7 |
| Spiele + Dias |
1.227 |
1.276 |
+4,0 % |
6,5 / 7,0 |
| Ausleihen insgesamt |
147.835 |
140.794 |
-4,8 % |
3,5 / 3,2 |
* CD-Roms werden zugunsten von DVDs nur noch in geringer Anzahl neu angeschafft.
| Auswärtiger Leihverkehr |
2003 |
2004 |
| Passiver Leihverkehr (nehmender LV) |
265 Fälle |
209 Fälle |
| Aktiver Leihverkehr (gebender LV) |
7 Fälle |
7 Fälle |
Im Jahr 2004 war die Stadtbücherei wegen notwendiger Streichung eines Ausleihtages 120 Stunden weniger geöffnet als im Vorjahr. Der Ausleihrückgang von 4,8 % fällt dafür sehr gering aus. Die Ausleihzahl pro Öffnungsstunde ist von 116 auf 126 gestiegen. Insgesamt hat sich beim Umsatz der einzelnen Medien wenig verändert. Auffallend ist der gestiegene Umsatz bei den Zeitschriften. Die Anzahl der Zeitschriftenabos mussten 2003 nach 50 % Kürzung des Etats eingeschränkt werden. Übrig blieben nur die Umsatzstärksten. Das Angebot der Videokassetten wird eindeutig zugunsten von DVDs zurückgedrängt und auch die CD-Roms spielen in der Nachfrage keine so große Rolle mehr. Der Fortschritt der Technik lässt sich deutlich am Umsatz der einzelnen Medienarten ablesen.
Benutzer- und Besucherstatistik, Neuanmeldungen
| |
2003 |
2004* |
Änderungen 2003/2004 |
| Entleiher** |
4.016 |
3.891 |
–3,1 % |
| Neuanmeldungen |
1.119 |
848 |
–24,2 % |
| Besucher |
88.202 |
76.953 |
-12,8 % |
* 120 Öffnungsstunden weniger als im Vorjahr
** Leserinnen und Leser, die mindestens einmal im Jahr Medien entliehen haben
Zusammensetzung nach Alter (Stand Dez.03/Dez.04):
Alters- gruppen |
Entleiher 2003 |
Entleiher 2004 |
Neuanmeld. 2003 |
% |
Neuanmeld. 2004 |
% |
| 01 - 12 |
954 |
835 |
347 |
31,0 |
307 |
36,2 |
| 13 - 18 |
779 |
712 |
130 |
11,6 |
94 |
11,1 |
| 19 - 25 |
368 |
364 |
120 |
19,7 |
84 |
9,9 |
| 26 - 45 |
1.170 |
1.185 |
367 |
32,8 |
261 |
30,8 |
| 46 - 60 |
442 |
481 |
91 |
8,1 |
64 |
7,5 |
| 61 - 99 |
230 |
269 |
58 |
5,2 |
35 |
4,1 |
| Institutionen |
73 |
45 |
6 |
0,5 |
3 |
0,4 |
| Summe |
4.016 |
3.891 |
1.119 |
100 |
848 |
100 |
Bei der Benutzerstatistik zeigt sich der Fortfall eines Ausleihtages am deutlichsten. Zwar ist die Entleiherzahl relativ konstant geblieben, d.h. dass die Entleiher in der kürzeren Öffnungszeit mehr Medien als vorher mit nach Hause nehmen. Wie erwartet hat sich die Gebührenerhöhung um 71 % für Jahreskarten kaum negativ auf die Zahl der aktiven Entleiher ausgewirkt, eher schon auf die Neuanmeldungen. Der Rückgang der Besucherzahl entspricht prozentual in etwa den gekürzten Öffnungszeiten. Je geringer die Öffnungszeiten, desto häufiger stehen die Besucher vor verschlossener Tür. Die Anzahl der zunehmenden Beschwerden weist auf den Unmut der Besucher über die unzureichenden Öffnungszeiten hin. Bei dem jetzigen Personalstand ist jedoch eine Erweiterung der Öffnungszeiten nicht möglich. Erstaunlich hoch ist insgesamt der Rückgang bei den Neuanmeldungen. Der Blick auf die Tabelle der einzelnen Altersbereiche spiegelt die Intensität der Öffentlichkeitsarbeit wider. Die Hauptzielgruppe der Angebote waren Vorschulkinder und Kinder im ersten Lesealter sowie die dazugehörenden Eltern. Prozentual sind die Neuanmeldungen dieser Zielgruppe gestiegen. Der Bereich der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist in etwa gleich geblieben, wobei in dieser Altersgruppe die Vor-Ort-Nutzung erstaunlich zugenommen hat. Viele Schüler, Studenten oder Arbeitssuchende halten sich in den Räumen der Bibliothek auf, nutzen die Informationsangebote, recherchieren im Internet oder benutzen den PC-Arbeitsplatz im Berufskundecenter.
Internet
Das Internet ist inzwischen für die Informationssuche zu einem unverzichtbaren Medium, vor allem für Kinder und Jugendliche, geworden. Die Vielfalt der Informationen, die inzwischen im Netz zur Verfügung stehen, sind eine ideale Ergänzung zum Informationsbestand in der Bibliothek und führen in vielen Fällen zum Erfolg, wenn der Bestand vor Ort nicht differenziert oder aktuell genug ist.
| Internetnutzung |
1 - 18 Jahre |
19 - 38 Jahre |
39 - 55 Jahre |
ab 55 Jahre |
Summe |
| 2003 |
3.628 |
3.557 |
781 |
208 |
8.174 |
| 2004 |
1.416 |
1.461 |
621 |
198 |
3.696 |
- Die Internetbenutzung ist im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken, obwohl auch in 2004 oft großer Andrang an den Internet-PCs herrschte. Nun war das Jahr 2003 auch einerseits ein Spitzenjahr bezüglich der Besucherzahlen und andererseits war zu diesem Zeitpunkt noch der Bibliothekar und EDV-Fachmann Werner Wieczorek in der Stadtbücherei angestellt, der die Internetkunden fachlich beraten und betreuen konnte und EDV-Kurse durchführte. Weitere Gründe für die rückläufige Nutzung:
- geringere Öffnungszeiten
- Zunahme des eigenen häuslichen Internetzugangs
- bei Nichtbesetzung der Infotheke (Abwesenheit der Bibliothekarin) werden auch die Internet-PCs nicht eingeschaltet, da dann keine Kontrolle möglich ist.
- 14.790 Visits verzeichneten die Internetseiten der Stadtbücherei 2004. Über die Homepage sind neben Terminen, Informationen und Serviceseiten auch ausgewählte Angebotslisten abrufbar: DVDs, Videos, Hörbücher und CD-Roms.
- Der Web-Opac wird in zunehmendem Maße von den Kunden benutzt und hat sich als echte Servicevererweiterung erwiesen. Neben der bequemen Medienrecherche zu Hause ermöglicht der Web-Opac auch interaktive Aktionen wie Verlängerungen der Medien oder Vormerkungen.
Personal, Aus- und Fortbildung
Der Stellenplan des Haushaltsplanes der Stadt Jülich weist 5,2 Stellen für die Stadtbücherei aus. Tatsächlich besetzt sind zur Zeit nur 3,7 Stellen, davon 1,2 mit Dipl. Bibliothekarinnen. Bis Mitte des Jahres arbeitete im Servicebereich auch die Auszubildende mit, die im 3. Ausbildungsjahr sehr unterstützend eingesetzt werden konnte. Nach dem Ausbildungsabschluss Ende Juni 2004 entfiel zusätzlich der Einsatz dieser gut eingearbeiteten Kraft in der Bibliothek.
Der Antrag der Stadtbücherei, eine neue Auszubildende einzustellen, wurde abgelehnt. Mit einem Konzept, das neben dem Fachpersonal auch freiwillige Mitarbeiterinnen integriert, wird im Rahmen des Möglichen ein Teil des gewohnten Service weiter angeboten. Abstriche sowohl in der Quantität als auch der Qualität sind nicht zu vermeiden und spiegeln sich in der Jahresstatistik wider. Kritisch wird die Personalsituation bereits jetzt, wenn eine Mitarbeiterin Urlaub hat und eine andere krank wird. Dann ist der Betrieb nur noch durch Bereitschaftsdienst aufrecht zu erhalten. Diese Situation wird als Dauerzustand eintreten, wenn – wie im HSK vorgesehen – im Juni 2005 eine weitere Halbtagsstelle fortfällt.
| Personal |
Stellen 2003 |
Wochenarbeits- stunden 2003 |
Stellen 2004 |
Wochenarbeits- stunden 2004 |
| Diplombibliothekare |
1,7 |
66 |
1,2 |
46 |
Bibliotheksassistentinnen / Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste |
3,5 |
134,75 |
2,5 |
96,25 |
Das Team wurde 2004 von zwei Teilzeitkräften im Rahmen gemeinnütziger Arbeit unterstützt.
Mehrere Schülerinnen und Schüler hatten 2004 die Möglichkeit, den Büchereibetrieb im Rahmen eines Praktikums näher kennen zu lernen.
Fortbildung
Die Anzahl der Fortbildungsstunden des Fachpersonals ist von 133 Stunden im Jahr 2003 auf 84 Stunden in 2004 gesunken. Der Grund liegt nicht in der fehlenden Bereitschaft des Bibliothekspersonals, sondern an der nicht vorhandenen Vertretung bei Abwesenheit am Arbeitsplatz.
Ausbildung
25 Jahre lang war die Stadtbücherei Jülich ein beliebter und erfolgreicher Ausbildungsbetrieb für Auszubildende, Praktikanten der Fachhochschule und Jülicher Schulen vor Ort. Die letzte Auszubildende der Stadtbücherei beendete die Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste mit gutem Abschluss. Der Einsatz von Schülern und Studenten im Kurzzeitpraktikum ist inzwischen schwierig geworden, weil die festen Ansprechpartner fehlen. Der Grund dafür ist das ständig wechselnde Teilzeitpersonal. In der Stadtbücherei gibt es keine Ganztagsstelle mehr.
So absolvierten 2004 auch nur noch 3 Praktikanten aus folgenden Schulen bzw. Hochschulen ihr Praktikum in der Stadtbücherei Jülich:
- ein Student der Fachhochschule Köln sein Praktikumssemester
- eine Studentin der Universität Köln das Anerkennungspraktikum
- eine Praktikantin des Gymnasiums Overbach ein zweiwöchiges Berufsfindungspraktikum.
BIX
Zum 5. und letzten Mal beteiligte sich die Stadtbücherei Jülich 2003 am BIX, einer Rankingliste der öffentlichen Bibliotheken in Deutschland. Insgesamt beteiligten sich über 200 Bibliotheken. Die Stadtbücherei Jülich errang in der entsprechenden Größenkategorie (30.000 bis 50.000 Einwohner) in der Gesamtwertung den 5. Platz von NRW und im Bereich "Wirtschaftlichkeit" den 3. Platz von Deutschland. Das zeigt, dass die Effizienz der Arbeit des Büchereiteams sehr hoch ist. Die ausgewerteten Daten im BIX (in 2004 veröffentlicht) beziehen sich auf das Jahr 2003. In dem Jahr waren noch 5,2 MitarbeiterInnen bis Oktober in der Stadtbücherei beschäftigt und bis Anfang Dezember der Teilzeitbibliothekar.
Finanzen
Die Stadtbücherei Jülich hat 2004 das angestrebte Ziel erreicht, die eigenen Einnahmen zu steigern und somit den Zuschussbedarf zu senken. Die Erhöhung der Jahresgebühr um 71 % im November 2003 hatte nur einen leichten Rückgang der aktiven Nutzer zur Folge, so dass die Einnahmen wie kalkuliert entsprechend höher waren. Ausschlaggebend für die Verbesserung der eigenen Einnahmen war das gute und aktuelle Angebot 2004, das sich besonders gewinnbringend bei den Einnahmen der zusätzlich kostenpflichtigen Medien, wie DVDs und Videos, bemerkbar machte. Die eigenen Einnahmen sind im letzten Jahr um 16 % gestiegen und in den letzten zwei Jahren insgesamt um 36 %. Der Zuschussbedarf konnte im letzten Jahr um 23 % gesenkt werden, in den letzten zwei Jahren um 36 %. Eine weitere Personalkürzung, wie im HSK vorgesehen, kann diese erfreuliche Entwicklung der steigenden Einnahmen aufhalten oder ins Gegenteil verkehren. Bei weiterem Personalabbau ist der ordnungsgemäße Ausleihablauf nicht mehr gewährleistet. Das hieße also weitere Kürzung der Öffnungszeiten. Nach den bisherigen Erfahrungen ist dann ein Rückgang der aktiven Nutzer zu erwarten, denn jetzt schon stehen häufig die Kunden vor verschlossener Tür. Weniger aktive Nutzer bedeutet auch Reduzierung der Einnahmen.
Überprüfung der Einhaltung des HSKs (Verwaltungs- und Vermögenshaushalt):
| |
Anforderung des HSK 2004 |
Rechnung 2004 |
| Ausgaben |
232.330 € |
234.147 € |
| Einnahmen |
49.850 €* |
48.350 € |
| Zuschussbedarf |
182.480 € |
185.797 € |
* Auf Grund eines Druckfehlers im HH-Plan wurden 1000 € bei den Einnahmen der Kopien zu hoch veranschlagt: die korrekte Summe lautet 48.850 €.
Der Vergleich von HSK und Rechnung 2004 zeigt, dass die Stadtbücherei mit geringen Abweichungen die Zielvorgaben eingehalten hat.
Entwicklung der eigenen Einnahmen in den letzten 3 Jahren:
| Einnahmeart |
2002 |
2003 |
2004 |
| Leserentgelte |
19.790 |
25.014 |
32.237 |
| Säumnisentgelte |
9.938 |
10.771 |
10.654 |
| Sonstige Einnahmen |
4.292 |
3.886 |
3.209 |
| Summe |
34.020 |
39.671 |
46.100 |
Einnahmen und Ausgaben im Vergleich (Vermögens- und Verwaltungshaushalt):
| |
2002 |
2003 |
2004 |
| Ausgaben |
299.078 |
258.795 |
234.147 |
| Einnahmen* |
43.115 |
45.671 |
48.350 |
| Zuschußbedarf |
255.063 |
213.124 |
185.797 |
| Kostendeckungsgrad |
14,4 % |
17,6 % |
20,6 % |
* eigene Einnahmen und Landeszuschuss
Öffentlichkeitsarbeit
Mit Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen will die Stadtbücherei Jülich über ihre Arbeit informieren, neue Angebote bekannt machen, Literaturvermittlung pflegen, Leseförderung betreiben und damit über ihre Standardangebote hinaus einen Beitrag zum Kultur- und Bildungsangebot der Stadt leisten. Schwerpunktmäßige Ansprechpartner sind Kinder bis zu 12 Jahren. Mit einem interessanten Angebot lässt sich diese Zielgruppe noch lenken und motivieren. Seit vielen Jahren arbeitet die Stadtbücherei in gemeinsamer Partnerschaft mit Schulen, Kindergärten und dem Elternhaus der Kinder daran, grundlegende Leseförderung zu betreiben, Lust und Freude an der Lektüre zu wecken, um so den traurigen PISA-Ergebnissen entgegen zu wirken. Mit dem geringen Haushaltsansatz von 1000 € im Büchereibudget lassen sich nur zwei bis drei Veranstaltungen finanzieren. Deshalb pflegt die Stadtbücherei die Angebote mit Kooperationspartnern wie Gleichstellungsstelle, VHS und Nachbarbibliotheken. Besondere Unterstützung erhält die Bibliothek durch den Förderverein Stadtbücherei Jülich e.V., der sowohl viele Veranstaltungen finanziell unterstützt als auch mit Personaleinsatz arbeitsintensive Angebote ermöglicht. Im Jahresprogramm 2004 dominierten die Angebote des Programms
KinderLeseLeicht, einem Kooperationsprojekt von 12 Bibliotheken der Region Aachen.
Bilanz der Veranstaltungs- und Programmarbeit
| Ausleihe Medienkisten |
149 |
mit 2.163 Titeln |
| Veranstaltungen für Kinder
| 34 |
mit 912 Teilnehmern |
| Veranstaltungen für Erwachsene |
13 |
mit 1.256 Teilnehmern |
| Führungen |
30 |
mit 570 Teilnehmern |
| Veranstaltungen insgesamt |
77 |
mit 2.738 Teilnehmern |
Hier eine Auswahl der Angebote:
Leseförderung
- Im Treffpunkt Leserabe wurden von einer Honorarkraft Vorlesestunden und Bilderbuchkino für die Jüngsten angeboten.13 Veranstaltungen wurden von 164 Kindern besucht. Die Finanzierung übernahm der Förderverein Stadtbücherei Jülich e.V.
- Auf 30 Führungen für Grundschulklassen und Kindergartengruppen lernten 570 Kinder die Institution Stadtbücherei kennen. Ein Team aus Büchereimitarbeiterinnen und einem Mitglied des Fördervereins erarbeiteten ein neues Führungskonzept, bei dem die Bibliothek auf einer Entdeckungsreise erobert werden kann.
- 120 Kinder lernten auf zwei Lesungen ihren Lieblingsschriftsteller, den bekannten Kinderbuchautor Joachim Friedrich, kennen. Er begeisterte Kinder und Erwachsenen mit seiner humorvollen, spannenden Lesung.
- Franz-Josef Kochs, der Autor des Kinderbuches Mathilde, das Haus, das weglief, erzählte und erklärte 2 Schulklassen anhand eines Diavortrags die Entstehung dieses Buches
Zwei Ausstellungen von Kindern für Kinder fanden viel Beachtung:
- Lesetagebücher, ein Beitrag zur Leseförderung. Erarbeitet von der Klasse 4B der Grundschule Jülich-Ost.
- Das Leben der Römer – zusammengestellt und erarbeitet von Schülern der Gruppe 1 der Rurkreisschule Düren-Birkesdorf. Als Grundlage diente die ausgeliehene Medienkiste der Stadtbücherei.
Veranstaltungen für Erwachsene
- Der Förderverein der Stadtbücherei organisierte am letzten Sonntag im Oktober einen Tag der offenen Tür. An diesem Tag wurde das breite Spektrum des Bibliotheksangebots den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt vorgestellt. Das 100. Mitglied des Vereins konnte mit Blumenstrauß von der Vorsitzenden begrüßt werden.
- Zwei Bücherflohmärkte wurden ebenfalls von Mitgliedern des Fördervereins organisiert. Die Einnahmen kamen der Stadtbücherei zugute.
- Der Mond in der Literatur war diesmal das Thema der bewährten Kombination Musik und Literatur. Die Journalistin Margret Hanuschkin aus Düren stellte ein interessantes literarisches Programm zum Thema "Mond" zusammen. Umrahmt wurde das Programm vom Flötenensemble Il Flauto Dolce.
Die Stadtbücherei in der Jülicher Tagespresse
In 40 Artikeln der Jülicher Tages- und Wochenpresse und im Stadtmagazin wurde in Wort und Bild über Veranstaltungen und Leistungen der Stadtbücherei berichtet.
In 2 Ausgaben des "Bibliotheksinfo", dem Presseorgan der Bezirksregierung Köln, Abteilung Öffentliche Bibliotheken, wurden ebenfalls Artikel über Ereignisse der Stadtbücherei Jülich veröffentlicht.
Projekt: KinderLeseLeicht
Dies war ein Gemeinschaftsprojekt von 12 Bibliotheken aus den Kreisen Aachen, Düren und Heinsberg zur Lese-, Sprach- und Lernförderung von Vorschulkindern. Gefördert wurde das Projekt vom Land NRW, die Schirmherrschaft hatte der Minister Dr. Michael Vesper übernommen.
"Lernen beginnt nicht erst in der Schule. Um eine möglichst frühe Förderung von Kindern zu unterstützen, wollen die beteiligten Bibliotheken die Sprach- und Leseförderung sowie die Medienkompetenz von Vorschulkindern intensivieren. Zur Erreichung dieses Ziels sollen als Partner ErzieherInnen und Eltern bzw. Großeltern zur Zusammenarbeit gewonnen werden.
Der Erwerb von Wissen und damit auch die Persönlichkeitsentwicklung sind an die zwischenmenschliche Kommunikation gebunden, das bedeutet immer mehr auch an Schrift und visuelle Medien.
Mit ihren vielfältigen Angeboten zur Unterstützung der Leseerziehung wird die Öffentliche Bibliothek ganz besonders als Lernort in das Bewusstsein der betroffenen Zielgruppe gerückt. Im Vordergrund steht der spielerische Umgang von Vorschulkindern mit den Medien, die in der örtlichen Bücherei zur Verfügung stehen. Dieser wird ermöglicht durch Aktionsangebote für Kindergärten und durch ein entsprechendes Angebot in den Bibliotheksräumen. Ergänzend werden Informationen für Erzieher und Eltern bereitgestellt. Professionelle pädagogische Unterstützung erhalten die Öffentlichen Bibliotheken durch eine Reihe angesehener Dozenten und Dozentinnen. Diese informieren Interessierte in ihren Vorträgen über die diversen Aspekte der Frühförderung, wie z.B. Sprachförderung, Bewegung, positive Erziehung."
(Text aus Informationsmappe, hrsg. anlässlich der Eröffnungsfeier des Projekts in Würselen)
In der Stadtbücherei Jülich wurden neben dem Ausbau der Elternbibliothek und der Fachliteratur für Kindergärten auch eine Reihe von neuen Medienkisten für das entsprechende Alter zur Verfügung gestellt. Jede Kiste enthält ca. 20 bis 25 Titel unterschiedlicher Medien, die der Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema dienen. Die Medienkisten können von Kindergärten oder Gruppen entliehen werden. Zu folgenden Themen werden Medienkisten angeboten:
| Thema
| Anzahl der Titel |
Thema
| Anzahl der Titel |
| Arbeitswelt
| 25 |
Bauernhof
| 20 |
| Elternratgeber
| 34 |
Europa
| 13 |
| Europa / Einz. Länder
| 24 |
Feste
| 19 |
| Haustiere
| 16 |
Jahreszeiten
| 23 |
| Schule u. Lernen
| 22 |
Sinne
| 21 |
| Tod und Trauer
| 19 |
Trennung
| 15 |
Das Versanstaltungsprogramm für Kinder, Eltern und Erzieher im Rahmen des Projektes war erfolgreich und ist ausgesprochen positiv von den Zielgruppen aufgenommen worden. Allgemein wurde der Wunsch nach regelmäßigen entsprechenden Angeboten geäußert. Die Resonanz der einzelnen Veranstaltungen ist in nachfolgender Liste ablesbar:
Welche Ziele wurden 2004 erreicht?
- Das Konzept, das unter Einbeziehung von freiwilligen Mitarbeiterinnen und mit einem gekürzten Serviceangebot den Fortbestand von Kinder- und Erwachsenenbücherei ermöglicht, hat sich bewährt. Es hat gleichzeitig die Grenzen aufgezeigt, dass bei weiteren Personaleinsparungen eine geordnete Abwicklung des Ausleihbetriebs nicht mehr möglich ist.
- Die intensive Leseförderung insbesondere für Vorschul- und Grundschulkinder wurde auch 2004 mit Erfolg weitergeführt. 34 Veranstaltungen und 30 Führungen wurden von 1.482 Kindern und Begleitern besucht. Das Kooperationsprojekt KinderLeseLeicht konzentrierte sich auf die Förderung von Vorschulkindern und deren Betreuer und Elternhaus. Die Angebote im Rahmen des Projektes fanden große Resonanz bei den Zielgruppen.
- Der gezielte Bestandsausbau der kostenpflichtigen Medien führte zu einer Verbesserung der eigenen Einnahmen. Die eigenen Einnahmen konnten um 16% gesteigert werden.
- Die Umstellung des Sachbuchbestands auf die neue ASB (Allgemeine Systematik für Öffentliche Bibliotheken) konnte nicht durchgeführt werden, da die benötigten Hilfskräfte noch nicht genehmigt wurden. Eine Gruppe von den verbliebenen 16 zu bearbeitenden Sachgruppen wurde bisher in Angriff genommen.
Ziele 2005
- Die dringend notwendige Bestandspflege zur Aktualisierung des Medienbestands und die Umstellung des Sachbuchbestand auf die neue ASB werden vordringlich in Angriff genommen. Die Umarbeitung des gesamten Sachbuchbestands ist eine einmalige Zusatzaufgabe, die auch nur mit zusätzlichen Hilfskräften geleistet werden kann.
- Leseförderung bleibt auch weiterhin das Hauptziel der Stadtbücherei mit dem Schwerpunkt auf Vorschul- und Grundschulkinder in enger Kooperation mit den Kindergärten und Schulen am Ort.
- Anschluss an die Digitale Bibliothek (DigiBib) des Hochschul-Bibliothekszentrums in Köln. Dieser Anschluss gibt den Nutzern der Stadtbücherei die Möglichkeit, über das Internet auf eine Vielfalt von Datenbanken (auch Volltextdatenbanken) parallel zuzugreifen. Die begrenzten Informationsangebote der Stadtbücherei vor Ort und die personell eingeschränkte Auskunftgebung könnten so virtuell um attraktive Angebote erweitert werden. Die Stadtbücherei hat bei der Bezirksregierung Köln einen Antrag auf finanzielle Unterstützung dieses Projektes gestellt.
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