Einführung
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Abb. 1 Manuskript-Plan der Festung Jülich des Straßburger Festungsbaumeisters Daniel Specklin, 1567
(Generallandesarchiv Karlsruhe)
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Sicherheit nach neuestem militärtechnischen Standard versprach die Festungsanlage, die in Jülich ab 1548 durch den italienischen Architekten Alessandro Pasqualini errichtet wurde (Abb. 1).
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Abb. 2 Der Plan von J. Wolff von 1737 zeigt die pfälzische Ausbauplanung der Festung Jülich.
(Privatbesitz)
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Durch die ständige Fortentwicklung der Waffentechnik war man in den folgenden 300 Jahren gezwungen, die Festungsanlagen durch immer neue Vorwerke zu verstärken, um den Gegner auf Abstand zu halten. In pfälzischer Zeit wurden zunächst ab 1695 die gefährdeten geraden Mauerabschnitte zwischen zwei Bastionen, die sogenannten Kurtinen, durch vorgelegte Ravelins, d.h. winkelförmige Befestigungen geschützt und weitere Vorfeldbefestigungen geplant (Abb. 2).
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Abb. 3 Größte Ausbauplanung der Festung Juliers durch den französischen Genie-Offizier Mallet. Planungsstand zum Besuch Napoleons am 11.9.1804.
(Deutsche Staatsbibliothek Berlin SPK)
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Unter französischer Herrschaft erreichten Anfang des 19. Jahrhundert die Festungsanlagen, in dem Bemühen das westliche Rurufer mit dem Brückenkopf und die Merscher Höhe mit einzubeziehen, eine Ausdehnung von rund 350 ha gegenüber einer nicht mal 20 ha großen Innenstadt (Abb. 3).
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Abb. 4 Der preußische Stab bei den Schießversuchen auf die Festung Jülich posiert vor der Bresche in der linken Face der Bastion Marianne, die durch 294 Test-Schüsse aus gezogenen Hinterladern der Fa. Krupp entstand (27. September 1860).
(J.J. Burbach in Cöln, Hof-Photograph)
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Groß angelegte Schießversuche des preußischen Generalstabs erbrachten 1860 das Ergebnis, daß sich die Festungswerke gegenüber den neuen Krupp-Hinterladern mit gezogenem Lauf in der Rüstungsspirale Geschütze gegen Festungsbau endgültig geschlagen geben mußten (Abb. 4).
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Abb. 5 Amerikanische Luftaufklärung über Jülich, einen Monat nach dem Luftangriff (16.12.1944, Archiv Imperial War Museum London).
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Die strategische Rolle Jülichs als Rurübergang blieb jedoch bestehen, so daß er auch 1944 beim Vormarsch der Amerikaner wieder stark umkämpft war. Der Luftangriff vom 16.11.1944 sollte die Passage erzwingen und zerstörte die Stadt fast vollständig (Abb. 5).
Allerdings waren bereits in der Trümmerwüste schon am nächsten Tag alle zur Rurfront führenden Straßen der Stadt durch die Organisation Todt wieder geräumt, woran man die Bedeutung ermessen kann, die diesem Flußübergang auch von deutscher Seite beigemessen wurde.
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Abb. 6 Eingangsinszenierung der Zitadelle 2000.
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Abb. 7 Inszenierung auf der Westkurtine "Die Ordnung der Gewalt?".
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Der Jahrestag der Zerstörung Jülichs ist ein Anlaß, der Jülicher Bevölkerung vor Augen zu führen, wie stark Jülichs Geschichte durch die Geschichte des Krieges und des Festungsbaues geprägt ist. Die massive Beeinflussung noch des heutigen Stadtbildes durch die Form der militärischen Anlagen ist ein eindrucksvolles Mahnmal. Allerdings werden die Festungswerke im heutige Stadtbild abgesehen von Zitadelle und Brückenkopf nur noch in geringem Maße wahrgenommen. Die Silhouetten von Kanonen und Soldaten aus der Ausstellung "Die Ästhetik des Krieges?" (Abb. 6), die von Mai bis Oktober im Museum Zitadelle zu sehen waren (Abb. 7), gehen im November an verschiedenen Stellen der Stadt "in Stellung", um auf diese Stadtspuren der kriegerischen Geschichte hinzuweisen.
Parallel dazu wird im Brückenkopfpark die Ausstellung "Jülich - Stadt in Trümmern" gezeigt, die das Schicksal der Stadt während und nach dem Krieg vorstellt (Glashaus Südbastion bis 6.1.2001).
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Eine Aktion des Stadtgeschichtlichen Museums Jülich
- Konzept: Marcell Perse
- Unterstützung:
Barbara Scheidt (Texte) Sigrid Renn-Rosenbaum (Layout)
- Internet: Christoph Fischer
- Grafik: Evelyn Wirtz
- Aufbau: Stadtbauhof
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