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Qualität der VHS Jülich getestet!

 

- Re-Zertifizierung der Volkshochschule erfolgreich
Von Günter Vogel, Leiter der Volkshochschule

Wieder geschafft!! Im Mai2005 wurde die Volkshochschule Jülich als erste Einrichtung der Stadt Jülich und als erste VHS im Kreis Düren erfolgreich zertifiziert. Sie hatte damit seinerzeit eine Vorreiterrolle übernommen und ein Gütesiegel erworben, das ihre Qualität unter Beweis stellt und ihren Kunden als Orientierung dienen kann. Nach vier Jahren stand die Re-Testierung an, d.h. die Qualität musste erneut unter Beweis gestellt werden. Auch diese Hürde hat die VHS Jülich souverän geschafft und Ende Mai 2009 das begehrte Zertifikat extern überprüfter Qualität entgegengenommen.

 

Mit dem Begriff "Zertifizierung" verbinden viele Qualitätsmanagementsysteme wie ISO 9000, die aus Industrie und Wirtschaft bekannt sind. Allgemein gesprochen geht es bei diesen Systemen immer darum festzustellen, ob bestimmte Qualitätsstandards und Verfahren eingesetzt und eingehalten werden, um ein Produkt zu fertigen. Damit soll dem Verbraucher eine gleichbleibende Produktqualität garantiert werden. Um es anschaulich zu machen: eine Metzgerei stellt Leberwurst her. Diese wird von einer unabhängigen Institution getestet, z.B. nach der Güte der Vorprodukte, nach Inhalt, Zusammensetzung und Geschmack, aber auch, ob sie einwandfrei, hygienisch und nach festgelegten Verfahren produziert wurde, ob sie von qualifiziertem Personal verkauft wird usw. Besteht die Leberwurst die Prüfung, bekommt sie ein Zertifikat als prämierte Wurst. Natürlich kann auf diese Weise die ganze Metzgerei untersucht und zertifiziert werden. Ein solches Gütesiegel ist gut für die Metzgerei, kann sie doch damit für sich und die Güte ihrer Produkte werben, gegenüber Konkurrenten besser dastehen etc.

Nun ist eine VHS keine Metzgerei, die Prozesse laufen aber durchaus ähnlich ab, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: In der Metzgerei kauft der Kunde die Leberwurst und isst sie dann. Auf den Herstellungsprozess und das Endprodukt hat er keinen Einfluss. In der VHS kauft der Kunde auch ein Produkt, zB. den Kurs "Englisch". Das Produkt ist aber nicht fertig und wird auch nicht bloß konsumiert. Im Gegenteil: Als Kursteilnehmer beeinflusst der Kunde das Produkt Englisch maßgeblich und stellt das endgültige Endprodukt, seinen Lernerfolg, quasi selbst her.

Dieser für die Bildung typische "Branchen"-Unterschied war der entscheidende Grund für die VHS Jülich, sich nicht nach ISO oder EFQM, um einmal die bekanntesten Qualitätsmanagementsysteme zu nennen, zertifizieren zu lassen. Diese Systeme passen auf industrielle Fertigungsprozesse, sind aber nur eingeschränkt für Bildungseinrichtungen tauglich. Die VHS Jülich hat sich stattdessen für ein System entschieden, das eigens für die Weiterbildung entwickelt wurde, die "Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung – LQW". Das System ist bundesweit etabliert. Es wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt, das Ministerium hält dieses Modell für das am besten geeignete Verfahren. Deshalb ist das Testat nach LQW auch bundesweit anerkannt, ca. 600 Einrichtungen in der Bundesrepublik haben sich dem Verfahren unterzogen. Bereits mit der Erstzertifizierung 2005 hat die VHS Jülich Weitsicht bewiesen, denn ab 2010 macht das Land die Förderung von einem erfolgreichen Testat abhängig. LQW stellt den Lerner in den Fokus aller Qualitätsbemühungen. Die VHS Jülich hat mit diesem im Blickpunkt insgesamt 11 unterschiedliche Qualitätsbereiche untersucht, z. B. den Lehr-/Lernprozess, die Infrastruktur, das Personal und die Führung der VHS, das Controlling und die Kundenkommunikation, um einige zu nennen. Innerhalb der Qualitätsbereiche werden bestimmte Mindeststandards definiert, die erreicht werden müssen. Bei allen Anforderungen – es gibt mehr als 70 - muss ein "erfüllt" erreicht werden, ein Quorum oder Ausnahmen gibt es nicht. Das Erreichen der vorgegebenen, strengen Zielsetzungen wurde durch die Selbstuntersuchung, dem darauf basierenden schriftlichen Selbstreport, der Bewertung des Reports durch externe Gutachter und der anschließenden Visitation durch unabhängige, von der Zertifierungsstelle benannte Gutachter nachgewiesen.

Ihre gute Qualität ist damit von außen bestätigt, gleichzeitig ist die Zertifizierung Voraussetzung dafür, bei der Vergabe von Aufträgen berücksichtigt zu werden, machen doch viele Auftraggeber dies abhängig von einem nachgewiesenen Qualitätsmanagement.

Als Dank und Anerkennung, aber auch als sichtbarer Ausdruck der erfolgreichen Zertifizierung wurde der VHS Jülich neben dem schriftlichen Testat auch eine sogenannte "Netzwerk-Fliese" überreicht: Sie ist ein Mosaikstein im Netzwerk aller nach LQW zertifizierten Bildungseinrichtungen.

 

Bild: Gesamtes Team der VHS bei der Preisübergabe
Das VHS-Team mit der Netzwerkfliese als Symbol der erfolgreichen Zertifizierung.

 

Damit ist das Qualitätsmanagement natürlich nicht abgeschlossen: Die Testierung hat eine Gültigkeit von 4 Jahren, danach ist eine Re-Testierung erforderlich. Dabei muss die erreichte Qualität nicht nur gehalten, sondern auch weiterentwickelt werden. Für die VHS Jülich ist aber eines wichtig: Bei der Suche nach hochwertigen Bildungsangeboten ist die Zertifizierung eine echte Marke, an dem sich die Kunden hinsichtlich der Qualität orientieren können.



Bild: Brückenkopf Jülich, Luftaufnahme von Dr. Eckardt Bild: Jülich mit Zitadelle, Luftaufnahme von Dr. Eckardt
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