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Pressemitteilungen


01.09.2026 | Pressestelle (allgemein)

„Happy Birthday“ am Waschbecken

Fünf Personen stehen um einen blauen Schwarzlichtkasten, der auf einem Tisch steht
Dr. Sabine Tack (2. v. l.) und Frank Martin (Mitte) übten mit
Besucherinnen und Besuchern mit Hilfe eines Schwarzlichtkastens
die akribische Händedesinfektion.
Foto: C. Lammertz / ZieL.media

Gesundheitsstunde gibt Alltagstipps und zeigt, wie Infektionsschutz im Krankenhaus funktioniert

20 Sekunden können lang sein. Wer es ausprobieren möchte, kann beim Händewaschen zweimal hintereinander „Happy Birthday“ singen. Ungefähr so lange sollten die Hände gründlich eingeseift werden. Eine einfache Eselsbrücke, die Dr. Sabine Tack bei der jüngsten Jülicher Gesundheitsstunde mitgab. Sie zeigt zugleich: Beim Händewaschen sind viele von uns schneller fertig, als es für eine gründliche Reinigung sinnvoll wäre. Gemeinsam mit Frank Martin, Fachkrankenpfleger für Hygiene und Infektionsprävention, widmete sich die Chefärztin für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin einem Thema, das zu Hause genauso eine Rolle spielt wie im Krankenhaus. Unter dem Titel „Saubere Sache! Hygienestandards und Infektionsschutz im Krankenhaus“ hatten das Krankenhaus Jülich und die AOK zum Patientenforum eingeladen.

Tausende Bakterienarten auf unseren Händen

Dass Hände bei der Übertragung von Krankheitserregern eine besondere Rolle spielen, liegt auf der Hand. Dabei sind Keime zunächst einmal nichts Ungewöhnliches. Zahlreiche Mikroorganismen gehören zur natürlichen Hautflora und leben dauerhaft auf unserem Körper. Eine intakte Haut bildet dabei eine wichtige Schutzbarriere. Wie vielfältig diese kleine Welt ist, zeigten einige Zahlen aus dem Vortrag: In einer US-Studie wurden auf den Händen der untersuchten Personen insgesamt 4.742 verschiedene Bakterienarten nachgewiesen. Die Zusammensetzung unterscheidet sich dabei von Mensch zu Mensch und sogar zwischen der rechten und der linken Hand eines Menschen.

So geht Händewaschen

Für den Alltag hatten Dr. Sabine Tack und Frank Martin einfache Empfehlungen: Entscheidend beim Händewaschen sind vor allem gründliches Einseifen und ausreichend Zeit. Besonders heißes Wasser verbessert die hygienische Wirkung dagegen nicht. Wichtig ist anschließend auch das Abtrocknen, denn Feuchtigkeit bietet Mikroorganismen günstigere Bedingungen. Teure Spezialprodukte braucht es im normalen Haushalt nicht: Gewöhnliche Seife erfüllt ihren Zweck. Besonders wichtig ist das Händewaschen unter anderem nach dem Toilettengang, dem Naseputzen, Husten oder Niesen, nach Kontakt mit Abfällen und Tieren sowie bei der Zubereitung von Lebensmitteln.

Im Krankenhaus wird aus Hygiene ein Sicherheitssystem

Im Krankenhaus ist die Händedesinfektion die wirksamste und einfachste Einzelmaßnahme, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Doch Krankenhaushygiene geht weit darüber hinaus. Masken in bestimmten Situationen, steriles Arbeiten, die fachgerechte Aufbereitung von Medizinprodukten sowie die Reinigung und Desinfektion von Flächen – die beiden Experten gaben einen Einblick in die vielfältigen Maßnahmen, die dazu dienen, Patientinnen und Patienten vor Infektionen zu schützen. Auch für den Umgang mit multiresistenten Erregern wie MRSA gelten festgelegte Verfahren – vom Screening über Isolationsmaßnahmen bis hin zu zusätzlichen Desinfektionsmaßnahmen.

Auffälligkeiten früh erkennen

Die Basis sind das Infektionsschutzgesetz und die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Diese Vorgaben legen zum Beispiel fest, wie Hände hygienisch desinfiziert, Flächen gereinigt und desinfiziert oder Medizinprodukte sicher aufbereitet werden. Sie beschreiben außerdem, wie postoperative Wundinfektionen möglichst verhindert werden und wie Krankenhäuser mit Infektionsausbrüchen umgehen. Ein wichtiger Teil dieses Systems ist die sogenannte Surveillance (Überwachung). Infektionen und Erreger werden systematisch erfasst und ausgewertet. Zeigen sich ungewöhnliche Häufungen, wird nach möglichen gemeinsamen Ursachen gesucht und gezielt gegengesteuert. Anschließend wird kontrolliert, ob die Maßnahmen wirken. Der Kreislauf wurde auf einer Folie des Abends knapp zusammengefasst: Erfassen, auswerten, bewerten, handeln, Erfolg kontrollieren. Oder wie es Dr. Tack kürzer formulierte: „Was wir messen, können wir erkennen – und was wir erkennen, können wir gezielt verbessern.“

Krankenhaus Jülich: https://www.krankenhaus-juelich.de/

Stelle im Amt für Kinder, Jugend, Schule und Sport zu besetzen

Bewerbungen möglich bis 21.09.2026

Bundesweiter Warntag am 10 September 2026

Sirenen, Warn-Apps wie NINA, Cell Broadcast und andere Warnkanäle werden getestet

Kino: Das Gewicht der Welt

16.09.2026, 20 Uhr, Kuba

Kino: H wie Habicht

14. & 15.09.2026, jeweils um 20 Uhr, Kuba

Kino: Mythos Schalke – Ein Leben lang

17.09.2026, 19 Uhr, Kuba

Stadtwerke veranstalten erstmals ein Hundeschwimmen im Freibad

Premiere am 19. September

Theaterfest Deutsche Oper am Rhein abgesagt!

Alternative: Kulturfahrt Ausstellung Niki de Saint Phalle

Jubiläumsausgabe des Rur-Beach-Cups

Neue westdeutsche Meisterinnen und Meister im Beachvolleyball gekürt

Virtual Reality-Erlebnis – Mit 3D-Brillen in die Renaissance

27. September, 11 Uhr, Museum Zitadelle Jülich

Kulturfahrt

"Amélie" am 26. November 2026 im Grenzlandtheater Aachen


01.09.2026 | Pressestelle (allgemein)

„Happy Birthday“ am Waschbecken

Fünf Personen stehen um einen blauen Schwarzlichtkasten, der auf einem Tisch steht
Dr. Sabine Tack (2. v. l.) und Frank Martin (Mitte) übten mit
Besucherinnen und Besuchern mit Hilfe eines Schwarzlichtkastens
die akribische Händedesinfektion.
Foto: C. Lammertz / ZieL.media

Gesundheitsstunde gibt Alltagstipps und zeigt, wie Infektionsschutz im Krankenhaus funktioniert

20 Sekunden können lang sein. Wer es ausprobieren möchte, kann beim Händewaschen zweimal hintereinander „Happy Birthday“ singen. Ungefähr so lange sollten die Hände gründlich eingeseift werden. Eine einfache Eselsbrücke, die Dr. Sabine Tack bei der jüngsten Jülicher Gesundheitsstunde mitgab. Sie zeigt zugleich: Beim Händewaschen sind viele von uns schneller fertig, als es für eine gründliche Reinigung sinnvoll wäre. Gemeinsam mit Frank Martin, Fachkrankenpfleger für Hygiene und Infektionsprävention, widmete sich die Chefärztin für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin einem Thema, das zu Hause genauso eine Rolle spielt wie im Krankenhaus. Unter dem Titel „Saubere Sache! Hygienestandards und Infektionsschutz im Krankenhaus“ hatten das Krankenhaus Jülich und die AOK zum Patientenforum eingeladen.

Tausende Bakterienarten auf unseren Händen

Dass Hände bei der Übertragung von Krankheitserregern eine besondere Rolle spielen, liegt auf der Hand. Dabei sind Keime zunächst einmal nichts Ungewöhnliches. Zahlreiche Mikroorganismen gehören zur natürlichen Hautflora und leben dauerhaft auf unserem Körper. Eine intakte Haut bildet dabei eine wichtige Schutzbarriere. Wie vielfältig diese kleine Welt ist, zeigten einige Zahlen aus dem Vortrag: In einer US-Studie wurden auf den Händen der untersuchten Personen insgesamt 4.742 verschiedene Bakterienarten nachgewiesen. Die Zusammensetzung unterscheidet sich dabei von Mensch zu Mensch und sogar zwischen der rechten und der linken Hand eines Menschen.

So geht Händewaschen

Für den Alltag hatten Dr. Sabine Tack und Frank Martin einfache Empfehlungen: Entscheidend beim Händewaschen sind vor allem gründliches Einseifen und ausreichend Zeit. Besonders heißes Wasser verbessert die hygienische Wirkung dagegen nicht. Wichtig ist anschließend auch das Abtrocknen, denn Feuchtigkeit bietet Mikroorganismen günstigere Bedingungen. Teure Spezialprodukte braucht es im normalen Haushalt nicht: Gewöhnliche Seife erfüllt ihren Zweck. Besonders wichtig ist das Händewaschen unter anderem nach dem Toilettengang, dem Naseputzen, Husten oder Niesen, nach Kontakt mit Abfällen und Tieren sowie bei der Zubereitung von Lebensmitteln.

Im Krankenhaus wird aus Hygiene ein Sicherheitssystem

Im Krankenhaus ist die Händedesinfektion die wirksamste und einfachste Einzelmaßnahme, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Doch Krankenhaushygiene geht weit darüber hinaus. Masken in bestimmten Situationen, steriles Arbeiten, die fachgerechte Aufbereitung von Medizinprodukten sowie die Reinigung und Desinfektion von Flächen – die beiden Experten gaben einen Einblick in die vielfältigen Maßnahmen, die dazu dienen, Patientinnen und Patienten vor Infektionen zu schützen. Auch für den Umgang mit multiresistenten Erregern wie MRSA gelten festgelegte Verfahren – vom Screening über Isolationsmaßnahmen bis hin zu zusätzlichen Desinfektionsmaßnahmen.

Auffälligkeiten früh erkennen

Die Basis sind das Infektionsschutzgesetz und die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Diese Vorgaben legen zum Beispiel fest, wie Hände hygienisch desinfiziert, Flächen gereinigt und desinfiziert oder Medizinprodukte sicher aufbereitet werden. Sie beschreiben außerdem, wie postoperative Wundinfektionen möglichst verhindert werden und wie Krankenhäuser mit Infektionsausbrüchen umgehen. Ein wichtiger Teil dieses Systems ist die sogenannte Surveillance (Überwachung). Infektionen und Erreger werden systematisch erfasst und ausgewertet. Zeigen sich ungewöhnliche Häufungen, wird nach möglichen gemeinsamen Ursachen gesucht und gezielt gegengesteuert. Anschließend wird kontrolliert, ob die Maßnahmen wirken. Der Kreislauf wurde auf einer Folie des Abends knapp zusammengefasst: Erfassen, auswerten, bewerten, handeln, Erfolg kontrollieren. Oder wie es Dr. Tack kürzer formulierte: „Was wir messen, können wir erkennen – und was wir erkennen, können wir gezielt verbessern.“

Krankenhaus Jülich: https://www.krankenhaus-juelich.de/

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