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Kurze Geschichte des Brückenkopfes Jülich
Das Frankreich der Revolution steht seit 1792/93 im Krieg gegen eine antifranzösische Koalition aus Österreich, Preußen, Kaiser und Reich, Holland und England.
1793 Erreichen die Kämpfe die Jülicher Region (1. Schlacht von Aldenhoven 1793)
1794 Die Franzosen erobern das Rheinland und Jülich (2. Schlacht von Aldenhoven)
In drei Friedensverträgen:
-mit Preußen in Basel
-mit Österreich in Campo Formio
-mit dem Deutschen Reich
erreicht Frankreich die Abtrennung des Rheinlandes und damit die seit Ludwig XIV. erstrebte Rheingrenze.
Ausschlaggebend für den Sieg der Franzosen waren:
-eine neue Wehrverfassung
-eine Mobilisierung der Massen
-eine wirkungsvolle Propaganda für die Ziele der Revulotion
-neue militärische Taktiken wie:
a. eine aufgelöste Schützenordnung statt der starren Lineartaktik der Gegner
b. eine Vernichtungsstrategie
c. die Requirierung für die Truppenversorgung an Ort und Stelle statt der bisherigen Magazinversorgung
1799 Da Jülich jetzt französisches Staatsgebiet ist und nicht mehr besetztes Gebiet, können die Arbeiten am Brückenkopf zur Sicherung des Rurüberganges und der Stadtfestung beginnen. Bereits im Herbst 1799 werden die Arbeiten unterbrochen und 1801 wieder aufgenommen.
1802 Die Maurerarbeiten am Kronwerk beginnen. Offizielle Grundsteinlegung zum Kronwerk durch General Lery im Namen Napoleons. In den folgenden Jahren werden gebaut:
-eine Schützengalerie hinter der Außenmauer
-Kasematten
in den Bastionen:
-Geschützstellungen
1804 Kaiser Napoleon kritisiert bei einem Besuch die Baupläne wegen technischer Mängel und zu hoher Kosten. Die Baupläne werden reduziert. Der geplante weitere Ausbau der Mittel- und Nordbastion unterbleibt. Die geplante Y-förmige Defensionskaserne wird nie verwirklicht. In den Folgejahren wird die Südbastion zweigeschossig mit Stellungen für 22 Geschütze ausgebaut.
1806 An der Stelle der alten Holzbrücke errichten die Franzosen eine Schleusenbrücke. Sie soll im Kriegsfall die Rur stauen, binnen 36 Stunden weite Bereiche vor Stadtfestung und Brückenkopf überschwemmen und somit die Gegner am Vordringen hindern.
1812Im Bereich der südlichen Bastion wird ein Pulvermagazin errichtet. Es ist der Standort dieser Ausstellung. (Ein größeres Pulvermagazin entstand 1806 auf der Johannes-Bastion der Zitadelle.)
1814Nach der Niederlage und Abdankung von Kaiser Napoleon verlassen die Franzosen Jülich
1815 Jülich wird preußische Festungsstadt gemäß dem Beschluss des Wiener Kongresses (1815). Bis um 1830 werden die Festungsanlagen überwiegend nach französischen Plänen weiter ausgebaut. 1827 – 1829 entstehen auf dem Rurdamm zwei steinerne Blockhäuser. Von hier aus sollte dem Brückenkopf Flankenschutz gegeben werden.
1829/30Entsteht hinter der Mittelbastion ein großes Artilleriewagenhaus genau an der Stelle, wo ursprünglich eine Y-Kaserne gebaut werden sollte.
1860 Jülich verliert den Status einer Festungsstadt. Große Teile der Stadtfestung werden abgerissen und die Gräben zugeschüttet. Damit ist die Stadt aus dem Korsett des Festungsgürtels befreit und kann wachsen. Für die erhaltenen Wehranlagen beginnt die Zeit der Umbauten und der Nutzungsänderungen, später auch der Abrisse.
-Schwimmanstalt für das Militär vor der Nordbastion (1893)
-Abriss der französischen Schleusen- und Bau einer neuen Bogenbrücke (1903)
1911Verlegung der Trasse der Straße nach Aachen in gerade Richtung durch den Brückenkopf. Seither teilt die Straße das Kronwerk in zwei ungleich große Teile.
1928/29 Die Stadt Jülich erwarb bereits 1908 Teile des südlichen Brückenkopfes. Jetzt kauft sie auch die anderen Bereiche. Nach dem Willen der Stadtverordneten soll auf dem Gelände ein Volkspark entstehen. Ab 1931 errichtet der »Verein der Natur- und Vogelfreunde« Terrarien, Aquarien, Volieren und die Anlage eines Rosengartens. Nach dem 2. Weltkrieg setzt der Brückenkopfverein diese Arbeit fort.
1934 Errichtet der Reichsarbeitsdienst vor der Mittelbastion eine Freilichtbühne, die NS-Thingstätte (heute: Ort der Stille).
1998 Das in weiten Teilen restaurierte Kronwerk des Brückenkopfes wird zum Zentrum der Landesgartenschau.
1999 Das Gelände wird weiter ausgebaut und bietet sich heute als „Brückenkopf-Park“ dem Besucher als Freizeit-, Sport- und Erlebnispark an.
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