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Alessandro Pasqualini (1493-1559)

Ein italienischer Baumeister in Jülich

SEIN LEBEN

Alessandro Pasqualinis Jugend ist heute noch weitgehend ungeklärt. Am 5. Mai 1493 in Bologna geboren, verlebte der begabte adelige Italiener seine Jugend- und Lehrjahre wohl in Bologna und Rom, dabei scheint er mit der Baukunst der berühmten Architekten Raffael, Peruzzi und Bramante in Berührung gekommen zu sein.

Die Renaissancestadt Jülich Seine Baukunst stellt er in den Dienst der Zivil-, Sakral- und Militärarchitektur. Herzog Wilhelm V von Jülich-Kleve-Berg hat über die Grenze hinweg Pasqualinis Schaffen mit großem Interesse verfolgt. Als Alessandros Auftraggeber, Maximilian von Egmond, 1548 stirbt, verpflichtet Wilhelm V. Pasqualini umgehend für Jülich. Alessandro wird herzoglicher Landesbaumeister und kann in Jülich ein Schloß in der Festung ("palazzo in fortezza") und eine Renaissancestadt nach den idealen Vorstellungen seiner Zeit verwirklichen. Die Idealstadtanlage Jülich gilt heute als sein bedeutendstes Werk.

Als Baumeister aller herzoglichen Lande ist Pasqualini für viele Bauprojekte zuständig und nimmt oft beratende Funktion ein. Bei einem solchen Aufenthalt in Bielefeld stirbt er im Jahre 1559.

Hinweise auf die Persönlichkeit des Baumeisters gibt der Siegelabdruck Pasqualinis mit der Darstellung des Hermes (= Mercurius), der eine enge Verbundenheit des Siegelträgers mit der humanistischen Strömung seiner Zeit vermuten läßt.

Die Baumeisterfamilie Pasqualini gehörte mit ihren fünf Kindern zur gehobenen sozialen Schicht in Jülich. Mindestens eine von Alessandros drei Töchtern lebte später als Hofdame am herzoglichen Hof in Düsseldorf. Seine beiden Söhne, Maximilian und Johann, setzten das Werk des Vaters fort und erlangten darüberhinaus auch eigene Berühmtheit. Mit den Enkeln Johann und Alexander endete im 17. Jahrhundert die Baumeisterdynastie der Pasqualini.

SEINE ZEIT

Leben und Werk des großen Baumeisters müssen aus der Zeitgeschichte der Renaissance heraus betrachtet werden, um sein Schaffen besser verstehen zu können. Das 16. Jahrhundert ist in Europa eine Zeit des geistigen Umbruchs und politischen Machtstrebens. Die Geisteswelt wird von neuen, revolutionären Ideen durchdrungen, dies führt zur Überwindung mittelalterlicher Denkstrukturen und verändert soziale Gefüge. Der alleinige Führungsanspruch der Kirche wird gebrochen, an ihre Stelle tritt nun auch philosophisches Gedankengut der Antike und neue religiöse Strömungen. Die Wiederbelebung der Ideen des Altertums prägt den Namen dieser Epoche: Renaissance = Wiedergeburt. Die geistige Strömung der Renaissance ist der Humanismus. Die Gelehrten dieser Zeit setzen den Menschen in den Mittelpunkt philosophischer Betrachtungen, widmen sich seiner Bildung und Erziehung und orientieren sich an der antiken griechischen und lateinischen Sprache, Literatur und Wissenschaft.

Der geistige Umbruch berührt in der Hauptsache eine intellektuelle Minderheit, die Mehrheit der Bevölkerung lebt in sozialer Unsicherheit, im Kampf um das tägliche Auskommen.

Das fortschrittliche Denken und die Errungenschaften in allen Bereichen der Wissenschaft beeinflussen schließlich auch die Entwicklung der Architektur und der bildenden Künste.

Als Kind seiner Zeit steht Pasqualini ganz im Geiste der italienischen Hochrenaissance. Seine Bildung, seine Sehweise, seine Erfahrungen entstammen der Schule des Humanismus, und so entspricht sein Streben als Baumeister dem Wunsch nach Vervollkommnung der klassischen Formen in Verbindung mit der neuzeitlichen Forderung nach Funktionalität.

SEIN WERK

Kellergeschoß der Jülicher Zitadelle Die Grafen von Buren, Floris von Egmond und sein Sohn Maximilian, rufen Alessandro Pasqualini unmittelbar nach der Kaiserkrönung Karls V. in Bologna an ihren Hof. Der Italiener wirkt 18 Jahre in den Niederlanden und in einigen Städten Belgiens. Als Architekt und Festungsbaumeister hält er sich nachweislich in Buren, Grave, Deinst, Leerdam, Kampen, IJsselstein, Antwerpen, Amsterdam, Mechelen, Middelburg und Brüssel auf. Mit der Bauaufsicht über verschiedene Projekte sind entsprechend viele Reisen verbunden, von denen er seinen Dienstherren regelmäßig schriftlich Bericht erstattet. Einige Briefe aus dieser Zeit sind erhalten.

Der Um- und Ausbau des Schlosses von Buren (ab 1531), die Planung der Befestigungsanlagen von Grave (1541) und Kampen (1543), die Arbeit am Südgiebel der St. Elisabeth-Kirche in Grave und der Bau des Kirchturms zu IJsselstein (bis 1535) bezeugen das breite Spektrum seiner Baukunst.

Nach dem Tode von Maximilian von Egmond wird Alessandro 1548 Landesbaumeister der Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg. Sein Lebenswerk ist der Ausbau Jülichs zur Residenzstadt. Hier kann er erstmals in einem Gesamtkonzept seine Vorstellungen der italienischen Hochrenaissance verwirklichen. Doch neben Jülich plant und betreut er auch weitere Baumaßnahmen.

Die Ausbauarbeiten der Residenz Düsseldorf (Stadt und Festung) z.B. werden ab 1549 von ihm mitgestaltet. Heute ist noch der Schloßturm der Anlage erhalten. Das Gesamtkonzept der Düsseldorfer Befestigung trägt eindeutig die Handschrift Alessandro Pasqualinis, seine Pläne werden jedoch bis zum Ende der Bauaubeiten im 17. Jahrhundert um ein Vielfaches reduziert.

Seine Arbeiten an der Befestigungsanlage in Köln sind durch schriftliche Quellen ab 1552 belegt. Die heutige Bottmühle erinnert an die Pläne Pasqualinis.

1556 begibt sich Alessandro mit Herzog Wilhelm V. erstmals nach Bielefeld, um dort beim Ausbau der Sparrenburg beratende Funktion zu übernehmen. Er versucht, die Verteidigungsfähigkeit der Anlage durch das Anfügen einer Bastion an der Hauptangriffsseite zu verbessern. Die Bastion ist bis heute erhalten.

Im Auftrage des Jülicher Amtmannes von Palant widmet er sich wahrscheinlich ebenfalls den Umbauten von Burg Nothberg bei Eschweiler.

ZITADELLE UND STADT

Das Jülicher Schloß in der Zitadelle Pasqualini findet bei seiner Ankunft am Niederrhein größtenteils noch mittelalterliche Bauten vor. Herzog Wilhelm V., im Geist des Humanismus von Konrad von Heresbach am Klever Hof erzogen, stimmt den neuen Ideen des Italieners schnell zu. Pasqualini will den Baustil der italienischen Hochrenaissance in Jülich verwirklichen. Er plant einen "palazzo in fortezza", ein Schloß in der Festung, das einmalig in Nordeuropa bleiben soll. Die durch den Brand von 1547 zerstörte Stadt baut er im Sinne der renaissancezeitlichen Idealstadtanlage wieder auf.

Die Zitadelle (ital. cittadella = kleine Stadt) besteht aus einem Schloß und umschließender Festungsanlage.

Ein besonderes Schmuckstück des Schlosses ist die im Ostflügel eingebettete Schloßkapelle. Sie besticht durch ihren Renaissanceschmuck an der Außenfassade und die Apsisgestaltung im Innenraum. Pasqualini verstand es, durch die Verbindung von nordischer Bauweise und typischen Renaissance-Elementen einen eigenen Stil zu schaffen.

Bastion in Jülich Die Festung bildet ein Viereck mit vier vorgelagerten Bastionen, deren Abstand zueinander 310m und deren Höhe 15m beträgt. Die Zitadelle hat einen vorgelagerten Graben, der ehemals vom Grundwasser gespeist wurde.

Die die Stadt umgebende Befestigung entwickelt Pasqualini aus einem Fünfeck mit vier Bastionen und der Zitadelle als fünfter Bastion. Das mittelalterliche enge und oft willkürliche Stadtbild wird durch die klaren und strengen Vorstellungen der Idealstadtanlage abgelöst. Es entsteht eine Stadt vom Reißbrett, deren Symetrie und Ästethik trotz schwerster Zerstörungen 1944 auch heute noch in den Straßenzügen Jülichs erlebbar ist.

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Letzte Änderung dieser Seite: 07.07.2015 | © 2017