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2000 Jahre Jülich - ein historischer Überblick

Nach der Eingliederung Galliens und der Gebiete bis zum Rhein in das römische Weltreich wurde Jülich gegen Ende des 1. Jh. v. Chr. als Raststation Juliacum gegründet, eine Tagesreise vom Ausgangspunkt Köln der römischen Fernstraße zur Atlantikküste entfernt, an einer Verengung des damals schwer zu passierenden Rurtales. Funde von Weihesteinen, Töpferöfen, Fußbodenheizungen u.a. beweisen das baldige Entstehen einer römischen Siedlung (vicus).

Erstmals mit verläßlichem Datum erwähnt wird Jülich anläßlich eines Gefechts zwischen Truppen des Caesaren Julian (Apostata) mit 600 fränkischen Kriegern im Jahre 356. Solche Beutezüge der Germanen führten um 310 zum Bau der ersten römischen Befestigung. Diese überdauerte den Untergang der römischen Herrschaft Mitte des 5. Jahrhunderts und gab Anlaß zu einer fränkischen Ansiedlung. Hier hatten dann auch in einer Burg die Jülicher Grafen ihren Sitz, ursprünglich königliche Beamte, die aber im Laufe der Zeit (etwa seit 900) das Amt erblich machen konnten; 927 wird Jülich urkundlich als "Feste" erwähnt.

Die Geschichte der Stadt - bereits vor dem 9. Jh. ist Jülich Hauptort des Jülichgaues - ist ohne einen Blick auf die Politik der Grafen (ab 1356 Herzöge) nicht verständlich. Sie war nie auf den engen Kreis des Jülichgaues beschränkt. Kriegerische Unternehmungen, finanzielle Mittel und Heiraten wurden je nach Lage zur Erweiterung des Machtbereiches eingesetzt. Schon der erste bekannte Jülicher Graf Gottfried verdankt seinen Grundbesitz einem Sieg seines Vaters (und anderer lothringischer Adeligen) über König Zwentibold (900) und wohl auch dessen Ehe mit der Königswitwe. Eine andere wichtige Heirat brachte 1177 den Besitz weiter Gebiete in der Eifel mit erheblichen Einkünften z.B. aus dem Bergbau. Viele deutsche Könige nahmen von Jülicher Grafen Darlehen (u.a. für Krönungskosten in Aachen) und mußten dafür Reichsgut zum Pfand setzen (so 1246 die Reichsstadt Düren). Doch nicht immer waren die Aktionen der Grafen erfolgreich. "Falsche" Parteinahmen bei Thronstreitigkeiten führten zweimal zur Zerstörung Jülichs: 1114 durch Kaiser Heinrich V. und 1214 durch den König und späteren Kaiser Friedrich II.



2000 Jahre Juliacum Guylich Jülich


Inschriftenfragment (JOVI) (OPTIMO) M(AXIMO) (VIC)ANI (JULIAC)ENSES - JUPITER, DEM BESTEN UND GROSSTEN, DIE BEWOHNER DES VICUS JÜLICH, auf dem Sockel einer Jupitersäule (erstes Viertel 2. Jh.) des Stadtgeschichtlichen Museums Jülich; der Stein ist der (bisl ang) einzige Beleg, in dem die Einwohner Jülichs in römischer Zeit faßbar werden und sich selber nennen.
Das erste Jülicher Stadtwappen (Siegel, um 1230) zeigt bereits eine zinnenbewehrte Mauer mit zwei Türmen und einem Stadttor, in dem der Löwenschild des Jülicher Grafen Wilhelm IV. steht; das jetzige, im Stadtplan dargestellte Stadtwappen ist zweigeteilt, mit dem aufsteigenden Jülicher Löwen in der einen, dem alten Stadtmauermotiv in der anderen Seite.

Nach dem Anschluß an Preußen 1815 hing über den Festungstoren der preußische Adler (seit 1823); ein erhaltenes Exemplar ziert jetzt das aus dem 16. Jahrhundert stammende Nebengebäude in der Nordwestecke des Innenhofes der Zitadelle.


750 Jahre Stadtrechte 1988


Fast 100 Jahre dauerten dann die Kämpfe gegen die Oberherrschaft der Kölner Erzbischöfe. Um 1234 erhob Graf Wilhelm IV. Jülich zur Stadt (erste urkundliche Erwähnung 1238), ohne auf die Rechte der Kölner Kirche Rücksicht zu nehmen. Einnahme und Zerstörung Jülichs durch Erzbischof Konrad waren 1239 die Folge. In späteren Kämpfen wurden zwei Kölner Erzbischöfe gefangen genommen und in Nideggen im Burgverlies eingekerkert, um sie den Wünschen der Jülicher Grafen gefügig zu machen. Eine letzte Krise gab es 1278, als Wilhelm IV. in Aachen, wo er im Auftrag König Rudolfs über Steuern verhandelte, bei einem Aufruhr erschlagen wurde. Jülich wurde sofort danach von Erzbischof Siegfried nochmals zerstört.

Durch den Sieg Graf Walrams bei Worringen 1288 wurde aber Jülichs Unabhängigkeit endgültig gesichert. Die Stadt erhielt nach 1300 eine neue Stadtmauer, von der heute noch das Rurtor (Hexenturm) erhalten ist. Diese Stadtmauer schützte Jülich 250 Jahre, während deren der Machtbereich der Grafen und Herzöge beständig wuchs: Durch Heiraten und Erbfolge kamen die Gebiete Berg, Ravensberg, Kleve und Mark, zeitweise auch Geldern, hinzu. Die Herrscher hielten sich aber nur noch selten in Jülich auf; bevorzugte Residenzen waren Nideggen, Hambach, Kaster, Nimwegen, Düsseldorf und Kleve.

1538 beschlossen die jülich-bergischen Landstände ein Festungsprogramm auch für Jülich, allerdings in der schon überholten Rondellform. Fünf Jahre später verlor Herzog Wilhelm V., der Reiche (*1516 Kleve, †1592 Düsseldorf), den Krieg um das Herzogtum Geldern gegen Kaiser Karl V. Dessen moderne Pulvergeschütze hatten 1543 die mittelalterlich befestigten Städte Nideggen, Düren, Heinsberg und Sittard zerstört; Jülich wurde kampflos übergeben. Doch hier machte ein schwerer Stadtbrand, dem bereits zwei weitere 1473 und 1512 vorausgegangen waren, dann auch eine umfassende Erneurung der Bausubstanz erforderlich.

 

Für beide Aufgaben verpflichtete der Herzog den italienischen, in Rom im Wirkungskreis Bramantes und Raffaels geschulten Militär- und Zivilbaumeister Alessandro Pasqualini(*1493 Bologna, † Bielefeld), der sowohl Stadtplanung wie Festungsbau mit den modernsten Erkenntnissen der Zeit konsequent anging. Er baute die "italienische" Renaissancestadt Jülich, die in ihrer Konzeption mit Zitadelle und Residenzschloß, mit Stadtbefestigung und Stadtanlage die nächsten 300 Jahre durch alle Wechsel der politischen Verhältnisse überdauerte (das Herrscherhaus starb 1609 aus, das Territorium wurde zwischen Erben aufgeteilt).

Die Festung wurde gegen Ende des 17. Jh. ausgebaut und auch später noch durch Außenwerke erweitert. Eine bedeutende Verstärkung waren die Forts am Westufer der Rur, der Brückenkopf, und das "Fort Napoleon" auf der Merscher Höhe (unvollendet), die Napoleon I. bauen ließ. Fünfzig Jahre später war die Entwicklung der Militärtechnik so weit fortgeschritten, daß die Festung Jülich keine Bedeutung mehr hatte. Die Bastionen und Wälle der Stadtbefestigung (heute nur noch in Resten erkennbar) wurden 1859/60 gesprengt. Trotz einer Belagerungsübung des preußischen Heeres, die unter Einsatz der gerade erfundenen Geschütze mit gezogenem Lauf erfolgte, blieb die Zitadelle vollständig erhalten. Danach war Jülich lange Garnisonstadt. Seit 1972 beherbergt die Zitadelle das städtische Gymnasium. Nach umfangreichen, mehr als 25 Jahre währenden Restaurierungsarbeiten ist die Zitadelle seit 1998 im Rahmen der musealen Präsentation des Stadtgeschichtlichen Museums Jülich und durch Führungen für Besucher erschlossen.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges galt Jülich als die am stärksten zerstörte Stadt Deutschlands. Doch 1945 konnte man auf René von Schöfer und seine Stadtsanierungspläne von 1937 - 1942 zurückgreifen; Jülich war damit die erste Stadt im Rheinland, die ein vollständiges Wiederaufbaukonzept vorlegte. Der so an der historischen Stadtgestalt gerade auch der Renaissancezeit orientierte Wiederaufbau gilt heute als bedeutendster Beitrag zur Stadtbaugeschichte unseres Jahrhunderts. Um den historischen Stadtgrundriß und das wiedergewonnene charakteristische Erscheinungsbild der Stadt besser zu schützen, steht die ganze pasqualinische Altstadt Jülichs seit 1993 unter Denkmalschutz.

 

(Verantwortlich für den Inhalt: Förderverein »FESTUNG ZITADELLE JÜLICH E.V.«
Märkische Str. 5, 52428 Jülich, Ansprechpartner: Conrad Doose, Tel.: 02461/51419)

   

Kirchgracht in Barmen gesperrt

23. Oktober bis voraussichtlich 10. November

Theater: Die Physiker

20. Oktober, 20 Uhr, Stadthalle

Quartierswerkstatt „Wohnen im Alter – welche Möglichkeiten gibt es für mich?“

Veranstaltung für Bürgerinnen und Bürger der Stadt Jülich

Beißen, Hauen, Kratzen – Umgang mit kleinen Giftzwergen?

Umgang mit kleinen Giftzwergen?

Comedy: Löschmeister Josef Jackels & seine guten Bekannten „Löschen, Retten, Keller Leerpumpen“

20. Oktober, 20 Uhr, Kuba

Elektronische Verfahrensabwicklung gemäß Artikel 8 EG-Dienstleistungsrichtlinie (EU-DLR)
Elektronischer Zugang zur Stadtverwaltung Jülich gemäß Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG)
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Letzte Änderung dieser Seite: 07.07.2015 | © 2017