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Pressemitteilungen


28.09.2023 | Musikschule

Kolping Roadshow zu Gast an Jülicher Schulen

Bild: Schülerinnen und Schüler der Schirmerschule besuchen das Infomobil.
Schülerinnen und Schüler der Schirmerschule besuchen das Infomobil.
Foto: Stadt Jülich/B. Lenzen

Fluchtursachen und Vorurteile anschaulich erklärt 

Im Vorfeld der Interkulturellen Woche Ende September war die Kolping Roadshow des Kolping Flüchtlingswerks an zwei Jülicher Schulen zu Besuch. Die Stadt Jülich, Fachbereich für Sozialplanung, Demografie, Inklusion und Integration, hatte zu diesem Programm eingeladen.

„Warum flüchten Menschen aus ihren Heimatländern?“, „Wie können wir diesen Menschen bei der Integration in unserer Stadt helfen?“ „Was sind Vorurteile und wie können wir auf diese reagieren?“. Dies sind einige der Fragen mit denen sich Schülerinnen und Schüler an der Schirmerschule und an der Sekundarschule beschäftigten. In Workshops für die Mittelstufe (Schirmerschule) und die Unterstufe (Sekundarschule) befassten sich die Schülerinnen und Schüler mit den Themen Migration, Fluchtursachen, Bedeutung von Heimat, Integration und Vorbehalten anderen Menschen gegenüber. Die beiden Referenten des Kolping Flüchtlingswerks, Mohammad Habibi und Britta Bauer, brachten diese Themen auf spielerische und einfühlsame Weise den Klassen nahe. Mit Hilfe von praktischen Übungen, kurzen Filmbeiträgen und Gruppenspielen lernten die Schülerinnen und Schüler sehr anschaulich, was es für Menschen bedeutet, aus ihrer Heimat über gefährliche Fluchtrouten in ein unbekanntes Land zu flüchten. Geliebte Menschen, Haustiere und Spielsachen müssen sie dabei zurücklassen. So wurde ein kleiner Rucksack gezeigt und die Schülerinnen und Schüler sollten sich überlegen, was wohl alles in so einem Rucksack sein könnte, den ein Mensch mit auf die Flucht nimmt. Der von den Referenten mitgebrachte Rucksack gehörte tatsächlich einem jungen Mann, der aus Syrien geflüchtet war. Er hatte in seinen Rucksack wichtige Dokumente wie Abschlusszeugnisse gepackt, ein Foto seiner Familie, aber auch ein Kuscheltier aus seiner Kindheit und eine arabische Teetasse. Dadurch angeregt sprachen dann einige Kinder der Klasse auch über ihre eigenen Fluchterfahrungen.

Schadi, 13 Jahre, war 2015 mit seiner Familie aus Syrien in einem Schlauchboot über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Er berichtet, dass er und seine Familie nichts Persönliches mit auf das Schlauchboot nehmen durften, denn der Platz war so eng und mit sehr vielen Menschen belegt, dass niemand eine kleine Tasche mitnehmen konnte. Hanna (Name auf Wunsch der Schülerin geändert), 11 Jahre, stammt aus Somalia und flüchtete von dort vor drei Jahren nach Deutschland. Die Mitschülerinnen und Mitschüler hörten aufmerksam ihren Erzählungen zu und stellten Fragen. Auch Tyler, 11 Jahre, geboren in Deutschland, hat eigene Fluchterfahrung. Er und seine Familie mussten im Sommer 2021 vor dem Hochwasser flüchten in Stolberg und fanden ein neues Zuhause in Jülich. Durch die Hochwasserflut hatte er viele persönliche Dinge, die ihm etwas bedeuten, verloren.

Andere Klassengruppen hatten das Thema „Vorbehalte und Vorurteile“ gewählt. Um sich dem Thema anzunähern, erhielten alle Schülerinnen und Schüler zunächst eine Walnuss. Sie beschrieben allgemeine Merkmale der Walnuss, die allen Walnüssen gemein sind. Erst bei längerem und genauerem Betrachten fiel ihnen auf, dass ihre Walnuss ganze eigene Merkmale hat, jede Walnuss sieht tatsächlich anders aus. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich die Besonderheiten der eigenen Walnuss einprägen und im nächsten Schritt versuchen, ihre Walnuss aus der Menge aller Nüsse herausfinden. Bei guter Beobachtung gelang es sogar den meisten, ihre besondere Walnuss wiederzufinden. Einige hatten ihrer Walnuss einen Namen gegeben. Anhand dieses Beispiels erklärten die Referenten, das Menschen einer Personengruppe trotzdem individuell verschieden sind und wir nicht vom äußeren Erscheinungsbild auf die Persönlichkeit aller Menschen einer Gruppe schließen können. Auch hier brachten sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit Vorbehalten ein. Sie tauschten sich darüber aus und suchten gemeinsam nach Lösungen, wie sie im Schulalltag angemessen reagieren können auf Vorurteile ihnen selbst oder anderen gegenüber.

Im zweiten Teil des Programms konnten die Schülerinnen und Schüler am Infomobil des Kolping Flüchtlingswerks niedrigschwellig das zuvor im Workshop Gelernte interaktiv vertiefen. Dazu gab es verschiedene Stationen, die einzelne Workshopthemen wieder aufgriffen: An einer Tafel schrieben die Kinder auf, was für sie persönlich „Heimat“ bedeutet. Ein besonderer Kicker zeigte Fußballmannschaften, die vielfältig waren. Über die Gestaltung und Farben der Spielfiguren kamen die Schülergruppen wieder miteinander ins Gespräch über stereotype Zuschreibungen wie „Mädchen haben lange Haare und Zöpfe“ oder „Jungen haben kurze Haare“ und wie aus diesen Verallgemeinerungen dann Vorbehalte und Vorurteile werden können.

Auf bunte Kärtchen konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Gedanken dazu aufschreiben, wie sie zur Gesellschaft beitragen können und warum gesellschaftliches Engagement wichtig ist.

An der Sekundarschule nahmen 200 Schülerinnen und Schüler aus acht Klassen der Stufen 5 und 6 an dem Programm teil und an der Schirmerschule 60 Schülerinnen und Schüler aus vier Klassen der Mittelstufe.

Beatrix Lenzen, als städtische Sozialplanerin auch zuständig für das Thema Integration und Initiatorin des Besuches der Kolping Roadshow, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Programms. Sie freut sich, dass die Schülerinnen und Schüler alle sehr engagiert an den Workshops und den Aktivitäten rund um das Infomobil teilgenommen haben und sich intensiv zu den Themen Flucht und Vorbehalte austauschten.

Das Projekt „Kolping Roadshow“ wurde kofinanziert aus Mitteln des EU Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds. Das Angebot war für Kommunen und Schulen in 2023 letztmalig kostenfrei.

Kreativwettbewerb des Museums

„Animal crossing“

Stadtarchiv geschlossen

1.-4. Juli 2024

Tourist-Information geschlossen

28.06.2024 ab 12 Uhr

Bauwerksprüfung Heckfeldbrücke

Sperrung am 4. Juli 2024

Das Herbstprogramm der Volkshochschule Jülicher Land erscheint

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Das Schüttelfestchen Biergarten Open Air im Kuba

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Nutzungsgebühren für die Leichenhallen in Jülich

Friedhofskommission informiert

Sperrung Teilstück Ruruferradweg

Bereich Gereonstraße / Rübenstraße

Tiefbauarbeiten - Sperrung notwendig

Einmündungsbereich Dr. Weyer-Straße / Wilhelmstraße

Umbau Marktplatz erreicht Bereich vor dem Alten Rathaus

Zugang zum Alten Rathaus über Nebeneingang Kölnstraße


28.09.2023 | Musikschule

Kolping Roadshow zu Gast an Jülicher Schulen

Bild: Schülerinnen und Schüler der Schirmerschule besuchen das Infomobil.
Schülerinnen und Schüler der Schirmerschule besuchen das Infomobil.
Foto: Stadt Jülich/B. Lenzen

Fluchtursachen und Vorurteile anschaulich erklärt 

Im Vorfeld der Interkulturellen Woche Ende September war die Kolping Roadshow des Kolping Flüchtlingswerks an zwei Jülicher Schulen zu Besuch. Die Stadt Jülich, Fachbereich für Sozialplanung, Demografie, Inklusion und Integration, hatte zu diesem Programm eingeladen.

„Warum flüchten Menschen aus ihren Heimatländern?“, „Wie können wir diesen Menschen bei der Integration in unserer Stadt helfen?“ „Was sind Vorurteile und wie können wir auf diese reagieren?“. Dies sind einige der Fragen mit denen sich Schülerinnen und Schüler an der Schirmerschule und an der Sekundarschule beschäftigten. In Workshops für die Mittelstufe (Schirmerschule) und die Unterstufe (Sekundarschule) befassten sich die Schülerinnen und Schüler mit den Themen Migration, Fluchtursachen, Bedeutung von Heimat, Integration und Vorbehalten anderen Menschen gegenüber. Die beiden Referenten des Kolping Flüchtlingswerks, Mohammad Habibi und Britta Bauer, brachten diese Themen auf spielerische und einfühlsame Weise den Klassen nahe. Mit Hilfe von praktischen Übungen, kurzen Filmbeiträgen und Gruppenspielen lernten die Schülerinnen und Schüler sehr anschaulich, was es für Menschen bedeutet, aus ihrer Heimat über gefährliche Fluchtrouten in ein unbekanntes Land zu flüchten. Geliebte Menschen, Haustiere und Spielsachen müssen sie dabei zurücklassen. So wurde ein kleiner Rucksack gezeigt und die Schülerinnen und Schüler sollten sich überlegen, was wohl alles in so einem Rucksack sein könnte, den ein Mensch mit auf die Flucht nimmt. Der von den Referenten mitgebrachte Rucksack gehörte tatsächlich einem jungen Mann, der aus Syrien geflüchtet war. Er hatte in seinen Rucksack wichtige Dokumente wie Abschlusszeugnisse gepackt, ein Foto seiner Familie, aber auch ein Kuscheltier aus seiner Kindheit und eine arabische Teetasse. Dadurch angeregt sprachen dann einige Kinder der Klasse auch über ihre eigenen Fluchterfahrungen.

Schadi, 13 Jahre, war 2015 mit seiner Familie aus Syrien in einem Schlauchboot über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Er berichtet, dass er und seine Familie nichts Persönliches mit auf das Schlauchboot nehmen durften, denn der Platz war so eng und mit sehr vielen Menschen belegt, dass niemand eine kleine Tasche mitnehmen konnte. Hanna (Name auf Wunsch der Schülerin geändert), 11 Jahre, stammt aus Somalia und flüchtete von dort vor drei Jahren nach Deutschland. Die Mitschülerinnen und Mitschüler hörten aufmerksam ihren Erzählungen zu und stellten Fragen. Auch Tyler, 11 Jahre, geboren in Deutschland, hat eigene Fluchterfahrung. Er und seine Familie mussten im Sommer 2021 vor dem Hochwasser flüchten in Stolberg und fanden ein neues Zuhause in Jülich. Durch die Hochwasserflut hatte er viele persönliche Dinge, die ihm etwas bedeuten, verloren.

Andere Klassengruppen hatten das Thema „Vorbehalte und Vorurteile“ gewählt. Um sich dem Thema anzunähern, erhielten alle Schülerinnen und Schüler zunächst eine Walnuss. Sie beschrieben allgemeine Merkmale der Walnuss, die allen Walnüssen gemein sind. Erst bei längerem und genauerem Betrachten fiel ihnen auf, dass ihre Walnuss ganze eigene Merkmale hat, jede Walnuss sieht tatsächlich anders aus. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich die Besonderheiten der eigenen Walnuss einprägen und im nächsten Schritt versuchen, ihre Walnuss aus der Menge aller Nüsse herausfinden. Bei guter Beobachtung gelang es sogar den meisten, ihre besondere Walnuss wiederzufinden. Einige hatten ihrer Walnuss einen Namen gegeben. Anhand dieses Beispiels erklärten die Referenten, das Menschen einer Personengruppe trotzdem individuell verschieden sind und wir nicht vom äußeren Erscheinungsbild auf die Persönlichkeit aller Menschen einer Gruppe schließen können. Auch hier brachten sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit Vorbehalten ein. Sie tauschten sich darüber aus und suchten gemeinsam nach Lösungen, wie sie im Schulalltag angemessen reagieren können auf Vorurteile ihnen selbst oder anderen gegenüber.

Im zweiten Teil des Programms konnten die Schülerinnen und Schüler am Infomobil des Kolping Flüchtlingswerks niedrigschwellig das zuvor im Workshop Gelernte interaktiv vertiefen. Dazu gab es verschiedene Stationen, die einzelne Workshopthemen wieder aufgriffen: An einer Tafel schrieben die Kinder auf, was für sie persönlich „Heimat“ bedeutet. Ein besonderer Kicker zeigte Fußballmannschaften, die vielfältig waren. Über die Gestaltung und Farben der Spielfiguren kamen die Schülergruppen wieder miteinander ins Gespräch über stereotype Zuschreibungen wie „Mädchen haben lange Haare und Zöpfe“ oder „Jungen haben kurze Haare“ und wie aus diesen Verallgemeinerungen dann Vorbehalte und Vorurteile werden können.

Auf bunte Kärtchen konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Gedanken dazu aufschreiben, wie sie zur Gesellschaft beitragen können und warum gesellschaftliches Engagement wichtig ist.

An der Sekundarschule nahmen 200 Schülerinnen und Schüler aus acht Klassen der Stufen 5 und 6 an dem Programm teil und an der Schirmerschule 60 Schülerinnen und Schüler aus vier Klassen der Mittelstufe.

Beatrix Lenzen, als städtische Sozialplanerin auch zuständig für das Thema Integration und Initiatorin des Besuches der Kolping Roadshow, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Programms. Sie freut sich, dass die Schülerinnen und Schüler alle sehr engagiert an den Workshops und den Aktivitäten rund um das Infomobil teilgenommen haben und sich intensiv zu den Themen Flucht und Vorbehalte austauschten.

Das Projekt „Kolping Roadshow“ wurde kofinanziert aus Mitteln des EU Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds. Das Angebot war für Kommunen und Schulen in 2023 letztmalig kostenfrei.

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