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25.08.2026 | Pressestelle (allgemein)

Kamerafahrt durch den Dünndarm

PR 463 - Kamerafahrt durch den Dünndarm - Kapselendo.jpg
Uwe Domogalski (mit Ruth Worms und Celina Och) zeigt die
Videokapsel. Auf dem Monitor sind Aufnahmen der
Kapselendoskopie zu sehen.
Foto: C. Lammertz / ZieL.media

Wie funktioniert eine Kapselendoskopie? Uwe Domogalski vom Krankenhaus Jülich erklärt es.

Sie ist kaum größer als ein Bonbon. Rund zweieinhalb Zentimeter lang, glatt, unscheinbar – und doch steckt in ihr eine komplette kleine Aufnahmeeinheit. Wer die Videokapsel schluckt, schickt gewissermaßen einen winzigen Kameramann auf Reisen. Die natürliche Bewegung des Verdauungstraktes bestimmt seinen Weg.

„Das Ziel unserer kleinen Kamera ist ein Abschnitt des Körpers, der uns Medizinern lange Schwierigkeiten bereitet hat: der Dünndarm“, erklärt Uwe Domogalski, leitender Oberarzt Innere Medizin und Gastroenterologie im Krankenhaus Jülich. „Mehrere Meter schlängelt er sich durch den Bauch. Bei einer herkömmlichen Magenspiegelung lässt sich von oben lediglich sein Anfang erreichen, bei einer Darmspiegelung von unten nur sein Ende. Dazwischen liegt eine lange Strecke, die mit klassischen Endoskopen nicht ohne Weiteres einzusehen ist.“ Die Kapsel dagegen reist locker hindurch.

Was ist zu sehen?

Uwe Domogalski und sein Team führen in Jülich die Dünndarmkapselendoskopie durch. Das Verfahren ermöglicht eine detaillierte Darstellung der Dünndarmschleimhaut. Gesucht wird beispielsweise nach Blutungsquellen, entzündlichen Veränderungen, Polypen, Tumoren oder anderen Schleimhautschäden. „Auf den Bildern können wir Entzündungen und Ödeme erkennen, kleine oder größere Blutungen, auffällige Gefäße, Engstellen, Polypen oder tumorverdächtige Veränderungen. Auch typische Schleimhautveränderungen bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen können sichtbar werden“, berichtet Domogalski.

Einfach schlucken

Doch wie läuft eine Kapselendoskopie für die Patientinnen und Patienten ab? Damit Domogalski und sein Team möglichst freie Sicht auf die Darmwand haben, muss der Darm vorbereitet werden. Dazu gehört eine Darmreinigung am Tag davor. Dann folgt der Teil der Untersuchung, der verblüffend unspektakulär ist: Der Patient schluckt die Videokapsel mit einem Glas Wasser. Kein Schlauch muss durch mehrere Meter Darm geschoben werden. In der Regel ist auch keine Narkose oder Sedierung nötig. Die Kapsel wandert mit den normalen Bewegungen des Verdauungstraktes durch Magen und Dünndarm weiter. Währenddessen nimmt sie fortlaufend Bilder auf, die drahtlos an einen Rekorder übertragen werden, den der Patient am Körper trägt. Später wertet der Arzt die umfangreiche Bilderfolge am Computer aus und sucht dabei nach Auffälligkeiten. Von der stundenlangen Reise der Kamera bekommt der Patient so gut wie nichts mit. Und irgendwann endet sie denkbar unspektakulär: Die Kapsel wird mit dem Stuhl auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden.

Mehrere Bilder pro Sekunde

Die kleine Kapsel ist ein erstaunlich dicht gepacktes Stück Medizintechnik. In ihr stecken eine winzige Kamera samt Optik, mehrere Leuchtdioden, Batterien sowie Elektronik zur Verarbeitung und Übertragung der Bilddaten. Moderne Dünndarmkapseln können abhängig von ihrer Bewegung mehrere Bilder pro Sekunde aufnehmen. Was nicht in der Kapsel steckt, sind Instrumente. Anders als bei der klassischen Endoskopie können keine Gewebeproben entnommen oder Polypen entfernt werden. Zeigen die Aufnahmen der Kapsel eine verdächtige Stelle, können weitere Untersuchungen notwendig werden, um den Befund genauer abzuklären. Im Krankenhaus Jülich ist die Kapselendoskopie in die Gastroenterologie eingebettet, die auch die klassischen endoskopischen Verfahren sowie die Endosonographie anbietet. Damit steht die Untersuchung nicht isoliert für sich. Ergibt die Reise der Kapsel einen auffälligen Befund, kann dieser in die weitere gastroenterologische Diagnostik und Behandlung eingeordnet werden.

Krankenhaus Jülich: https://www.krankenhaus-juelich.de/

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25.08.2026 | Pressestelle (allgemein)

Kamerafahrt durch den Dünndarm

PR 463 - Kamerafahrt durch den Dünndarm - Kapselendo.jpg
Uwe Domogalski (mit Ruth Worms und Celina Och) zeigt die
Videokapsel. Auf dem Monitor sind Aufnahmen der
Kapselendoskopie zu sehen.
Foto: C. Lammertz / ZieL.media

Wie funktioniert eine Kapselendoskopie? Uwe Domogalski vom Krankenhaus Jülich erklärt es.

Sie ist kaum größer als ein Bonbon. Rund zweieinhalb Zentimeter lang, glatt, unscheinbar – und doch steckt in ihr eine komplette kleine Aufnahmeeinheit. Wer die Videokapsel schluckt, schickt gewissermaßen einen winzigen Kameramann auf Reisen. Die natürliche Bewegung des Verdauungstraktes bestimmt seinen Weg.

„Das Ziel unserer kleinen Kamera ist ein Abschnitt des Körpers, der uns Medizinern lange Schwierigkeiten bereitet hat: der Dünndarm“, erklärt Uwe Domogalski, leitender Oberarzt Innere Medizin und Gastroenterologie im Krankenhaus Jülich. „Mehrere Meter schlängelt er sich durch den Bauch. Bei einer herkömmlichen Magenspiegelung lässt sich von oben lediglich sein Anfang erreichen, bei einer Darmspiegelung von unten nur sein Ende. Dazwischen liegt eine lange Strecke, die mit klassischen Endoskopen nicht ohne Weiteres einzusehen ist.“ Die Kapsel dagegen reist locker hindurch.

Was ist zu sehen?

Uwe Domogalski und sein Team führen in Jülich die Dünndarmkapselendoskopie durch. Das Verfahren ermöglicht eine detaillierte Darstellung der Dünndarmschleimhaut. Gesucht wird beispielsweise nach Blutungsquellen, entzündlichen Veränderungen, Polypen, Tumoren oder anderen Schleimhautschäden. „Auf den Bildern können wir Entzündungen und Ödeme erkennen, kleine oder größere Blutungen, auffällige Gefäße, Engstellen, Polypen oder tumorverdächtige Veränderungen. Auch typische Schleimhautveränderungen bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen können sichtbar werden“, berichtet Domogalski.

Einfach schlucken

Doch wie läuft eine Kapselendoskopie für die Patientinnen und Patienten ab? Damit Domogalski und sein Team möglichst freie Sicht auf die Darmwand haben, muss der Darm vorbereitet werden. Dazu gehört eine Darmreinigung am Tag davor. Dann folgt der Teil der Untersuchung, der verblüffend unspektakulär ist: Der Patient schluckt die Videokapsel mit einem Glas Wasser. Kein Schlauch muss durch mehrere Meter Darm geschoben werden. In der Regel ist auch keine Narkose oder Sedierung nötig. Die Kapsel wandert mit den normalen Bewegungen des Verdauungstraktes durch Magen und Dünndarm weiter. Währenddessen nimmt sie fortlaufend Bilder auf, die drahtlos an einen Rekorder übertragen werden, den der Patient am Körper trägt. Später wertet der Arzt die umfangreiche Bilderfolge am Computer aus und sucht dabei nach Auffälligkeiten. Von der stundenlangen Reise der Kamera bekommt der Patient so gut wie nichts mit. Und irgendwann endet sie denkbar unspektakulär: Die Kapsel wird mit dem Stuhl auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden.

Mehrere Bilder pro Sekunde

Die kleine Kapsel ist ein erstaunlich dicht gepacktes Stück Medizintechnik. In ihr stecken eine winzige Kamera samt Optik, mehrere Leuchtdioden, Batterien sowie Elektronik zur Verarbeitung und Übertragung der Bilddaten. Moderne Dünndarmkapseln können abhängig von ihrer Bewegung mehrere Bilder pro Sekunde aufnehmen. Was nicht in der Kapsel steckt, sind Instrumente. Anders als bei der klassischen Endoskopie können keine Gewebeproben entnommen oder Polypen entfernt werden. Zeigen die Aufnahmen der Kapsel eine verdächtige Stelle, können weitere Untersuchungen notwendig werden, um den Befund genauer abzuklären. Im Krankenhaus Jülich ist die Kapselendoskopie in die Gastroenterologie eingebettet, die auch die klassischen endoskopischen Verfahren sowie die Endosonographie anbietet. Damit steht die Untersuchung nicht isoliert für sich. Ergibt die Reise der Kapsel einen auffälligen Befund, kann dieser in die weitere gastroenterologische Diagnostik und Behandlung eingeordnet werden.

Krankenhaus Jülich: https://www.krankenhaus-juelich.de/

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