Gottesschau & Gottesliebe

Die Mystikerin Christina von Stommeln 1242-1312

Ausstellung im Sdostturm der Zitadelle
24. Oktober 2012 - 13. Januar 2013

Vor 700 Jahren starb die Mystikerin Christina Bruso, die nach ihrem Geburtsort von Stommeln genannt wird. Sie gehrt zu den interessantesten Frauengestalten des rheinischen Mittelalters. Schon zu Lebzeiten galt Christina aufgrund ihrer Gottesnhe als verehrungswrdig. Mit zehn Jahren erschien ihr Christus in einem Traum, der sie zu seiner Braut auserwhlte. 13-jhrig verlie sie den elterlichen Bauernhof und trat in einen Beginen-Konvent in Kln ein. Die Beginen stellten eine Sonderform religisen Lebens im Mittelalter dar. Frauen schlossen sich, ohne ein Gelbde abzulegen, zu Gemeinschaften zusammen. Vier Jahre hielt sich Christina in Kln auf und wurde dort zum ersten Mal von dmonischen Visionen geqult. Dann kehrte sie nach Stommeln zurck.

Dort lebte Christina zeitweilig im Haus des Pfarrers, bei ihren Eltern oder bei den rtlich ansssigen Beginen. Von 1267 bis 1269 wurde sie regelmig von Petrus von Dacien besucht, der ihre bernatrlichen Erlebnisse und Angriffe des Teufels miterlebte. Der Dominikaner-Mnch aus Gotland hatte whrend seines Studiums in Kln und Paris Christina kennengelernt. Er war von ihren mystischen Ekstasen fasziniert und sah in ihr den von ihm lang gesuchten Gottesbeweis. Petrus und Christina waren sich ber nahezu 20 Jahre hinweg eng verbunden, auch als der Mnch lngst Abt des Klosters Visby auf Gotland geworden war. Die Texte, Aufzeichnungen und Briefe, die Petrus ber Christina zusammenstellte, bildeten die Grundlage fr die sptere Verehrung der Begine aus Stommeln. Sie bilden den Kern des Codex Iuliacensis. Als Christina 1312 starb, wurde sie am Turm der Kirche in Stommeln beigesetzt. Bald wurde von Wundern an ihrem Grab berichtet, die 1327 zur Grndung eines Stiftes fhrten. Es wurde 1568 nach Jlich verlegt, 1592 folgten Christinas Reliquien.

Im Zentrum der Ausstellung Gottesschau & Gottesliebe steht der Mensch Christina. Die in Jlich erhaltenen einzigartigen Objekte wurden eingehend wissenschaftlich erforscht. Zudem wurden die Gebeine Christinas forensisch-naturwissenschaftlich untersucht. Anhand des Schdels wurde das Gesicht Christinas rekonstruiert, sodass man ihr nach 700 Jahren erstmals wieder ins Antlitz schauen kann.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Propsteipfarrgemeinde St. Mari Himmelfahrt in Jlich. Schirmherr ist der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff.


 

Begleitprogramm, ffnungszeiten und Katalog

  • Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm
  • Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auch im Ausstellungskonzept (Download pdf 1,5 MB)
  • Bitte beachten Sie die genderten ffnungszeiten whrend der Ausstellung:
    Mo-Fr 15.00-17.00 Uhr
    Sa 14.00-17.00 Uhr
    So 11.00-17.00 Uhr (auch Allerheiligen, 2. Weihnachtsfeiertag und Neujahr.
    Am 24., 25. und 31.12.2012 ist das Museum geschlossen)

Zur Ausstellung erscheint imSchnell und Steiner Verlag ein Ausstellungskatalog

Mehr als 20 Autorinnen und Autoren aus den unterschiedlichsten Fachbereichen nhern sich mit ihren je eigenen Herangehensweisen und Sichtweisen dem Phnomen der Begine aus Stommeln. Sie machen den Katalog zu einem Handbuch ber eine der interessantesten Frauengestalten des rheinischen Mittelalters.
ISBN: 978-3-7954-2691-0
Preis im Buchhandel: 32,95
Preis an der Museumskasse: 25,00

Die Ausstellung wird untersttzt durch:
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